Interview mit Torsten Tannenberg, Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates

Mit der Fahrtkostenförderung für Laienmusik-Ensembles werden diese bei Fahrten zu Auftritten oder Wettbewerben wesentlich entlastet. Der Sächsische Musikrat setzt damit das Ziel des Landesweiten Konzepts für Kulturelle Bildung - Teilhabegerechtigkeit durch Kostenfreiheit für Angebote der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung -  um. Wie haben Sie es geschafft, eine solche Förderung zu ermöglichen?

Im Rahmen stetiger Konsultationen mit einzelnen Abgeordneten des Sächsischen Landtags konnten wir langfristig diese Idee eines Fahrtkostenfonds umsetzen. Dabei war es wichtig, mit einem realistischen Konzept in Vorleistung zu gehen.  

An welche Bedingungen ist die Förderung geknüpft?

Der Sächsische Musikrat stellt Fahrtkosten für sächsische Ensembles des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens zur Verfügung. Erstattet werden Kosten für die Teilnahme an Probelagern, Wettbewerben und Internationalen Begegnungen in Deutschland und im europäischen Ausland in der Regel bis zu 1.000 Euro, in Ausnahmefällen bis zu einer Höchstgrenze von max. 2.000 Euro. Die Förderung erfolgt als Vollfinanzierung. Alle Einzelheiten findet man auf unserer Webite.

Wie wird das Angebot von den Gruppen bisher genutzt?

Die Förderung ist seit März 2019 ausgeschrieben und die bereit stehen Mittel werden gut nachgefragt.  

Wieviel Euro stehen jährlich für die Förderung zur Verfügung und wer stellt die Mittel bereit?

Im laufenden Doppelhaushalt stehen im Einzelplan des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus jährlich 100.000 Euro im Fonds bereit, wobei wir 8% davon für Verwaltungskosten benötigen.

Halten Sie das Konzept für übertragbar, z.B. für Tanzgruppen, die an Auftritten oder Wettbewerben teilnehmen?  

Natürlich ist das Konzept übertragbar. Ich halte z.B. auch eine Förderung von instrumentalen und vokalen Schulensembles für sehr wichtig. Dies könnte u.a. auch aus den GTA-Mitteln erfolgen, die in einer Größenordnung von fast 46 Mill. Euro im laufenden Haushalt zur Verfügung stehen.


 

Interview mit Katharina Seifert, KulturKino Zwenkau

Der Verein "Kulturinitiative Zwenkau“ besteht seit 2003. Seitdem haben Sie in Zwenkau einen attraktiven kulturellen Begegnungs- und Veranstaltungsort unmittelbarer Nähe zu Leipzig geschaffen. Warum ist es wichtig, kulturelle Angebote vor Ort  zu haben bzw. hat sich ihr Konzept aus Kino-, Musik- und Theaterveranstaltungen sowie Räumlichkeiten für die Musikschule bewährt?

Kulturelle Angebote vor Ort sind wichtig, um möglichst vielen Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Wir denken da besonders an junge Menschen und Senioren, die oft weniger mobil sind und nicht ohne weiteres für einen Kino- oder Theaterbesuch nach Leipzig fahren können.

 

Seit September 2019 sind Sie Einsatzstelle in den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung – was kann ein/e Freiwillige/r bei Ihnen alles erleben?

Jonny – unser Freiwilliger – unterstützt uns bei allen anfallenden Aufgaben im und um das KulturKino. Von der Planung und Umsetzung von Flyer- und Werbeaktionen für ausgesuchte Veranstaltungen und der Betreuung der Social-Media-Kanäle über ganz handwerkliche Tätigkeiten, aktuell z.B. bei der Reparatur der Bühnenkante, bis hin zu der Entwicklung, Organisation und Betreuung von eigenen Angebotsformaten. Da ist Flexibilität gefragt und jeder Tag sieht anders aus!

 

Sie haben sich mit weiteren Partnern  an der ersten sächsischen „Nacht der Jugendkulturen“ beteiligt. Wie haben die Jugendlichen die Idee aufgenommen?

Wir sind sehr glücklich mit der Resonanz auf die erste Zwenkauer JugendKulturNacht! Es waren an dem Abend rund 40 Kids bei uns zu Gast, um in verschiedenen Workshops, beim Siebdruck und Graffiti und einem großen MarioKart-Turnier mitzumachen. Die Stimmung war super und wir werden die Aktion so oder so ähnlich im neuen Jahr wiederholen!


 

Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich, neues Vorstandsmitglied der LKJ Sachsen e.V.

Oliver Gibtner-Weidlich ist seit April 2019 mit einem Mandat des Objektiv e.V. im Vorstand der LKJ Sachsen. Er ist Projektmanager und Dozent in den Bereichen Digitalisierung, Kultur und Bildung und arbeitet derzeit u.a. an einer Plattform für Onlinefortbildungen im Bereich Kultur- und Projektmanagement.

Herr Gibtner-Weidlich, Sie sind seit diesem Jahr im Vorstand der LKJ Sachsen e.V. – was möchten Sie in die Vorstandsarbeit einbringen?

Ich möchte gern zwei Perspektiven in den Vorstand einbringen: Zum einen eine schulische Perspektive – ich arbeite seit vielen Jahren an Projekten, welche im schulischen Kontext durchgeführt werden. Und "Schule" beginnt sich nun endlich auch in Sachsen inhaltlich zu erneuern. Ein sehr spannender Prozess, in dem externe Partner immer wichtiger werden.

Zudem möchte ich eine digitale Perspektive einbringen. Für Kinder und Jugendliche ist eine digitale Gesellschaft selbstverständlich – die kulturelle Bildung muss darauf reagieren.

Sie arbeiten u.a. mit Museen im Bereich Digitalisierung zusammen.Wo liegen aus Ihrer Sicht die Potenziale von Digitalisierungsprozessen für die Akteure der kulturellen Bildung?

Digitalisierung findet vor allem auf zwei Ebenen statt: Der Technischen, mit Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Digitalisierung findet aber auch auf gesellschaftlich-sozialer Ebener statt. Die technischen Möglichkeiten haben große Auswirkungen auf unser (Zusammen)Leben. Auch für die kulturelle Bildung gibt es viele Chancen auf diesen beiden Ebenen. Technische Innovationen können sowohl die Bildungsarbeit selbst bereichern, als auch die Tätigkeiten in den Organisationen. Aber vor allem der Wandel auf gesellschaftlich-sozial Ebene ändert vieles. Ein Beispiel: Präsenz an einem bestimmten Ort ist nicht länger die zwingende Voraussetzung für die Teilhabe an kultureller Bildung. Institutionen, wie Museen, Kulturzentren oder auch Vereine, können kulturelle Teilhabe ermöglichen, ohne dass diese aufgesucht werden müssen. Das ist eine riesige Chance, bringt aber auch viele Herausforderungen mit sich. 

Mit Ihrer Plattform f-kub.org für Onlinefortbildungen bieten Sie in kompakter Form schnell abrufbares Wissen an. Ist die klassische ganztägige Fortbildung ein aussterbendes Format?

Ich glaube in der Tat, dass dies ein Auslaufmodell ist. Auch der Bereich der Weiterbildung wird zunehmend digital. Und Onlineweiterbildungen sparen nicht nur das Reisekosten- und Zeitbudget, was auch ein immenser Vorteil ist, wir können vor allem wesentlich mehr Menschen damit erreichen. Lebenslanges Lernen muss sich dem Leben anpassen und das heißt eben auch flexibler werden. Interessierte sollen lernen können, wann und wo es ihnen am besten passt.

Ich glaube, Präsenzveranstaltungen wird es dennoch auch in Zukunft geben. Allerdings werden diese wesentlich stärker den Fokus der Vernetzung und des Austausches haben. Die Formate werden sich dahingehend verändern.


 

Interview mit Hagen Wermers, Freiwilliger beim Netzwerk für Demokratie und Zivilcourage (NDK) Wurzen

Derzeit läuft die Bewerbungsphase für einen Freiwilligendienst ab September 2019 – wem würden Sie einen Freiwilligendienst empfehlen? Was hat er Ihnen gebracht?

Prinzipiell würde ich jede/r einen Freiwilligendienst empfehlen. Als ich mit der Schule fertig war, war ich mir recht sicher, was ich später machen wollte, aber sowas kann sich eben oft und schnell ändern - die Möglichkeit, sich zeitlich begrenzt auszuprobieren, anstatt der fünf, sechs Jahre, die z.B. ein Studium in Anspruch nehmen, hat mir sehr geholfen. Außerdem ist auch, denke ich, nicht zu unterschätzen, dass Leute, die ein Studium anstreben, ohne einen Freiwilligendienst teilweise bis sie Mitte 20 sind nicht aus einer "Lernumgebung" herauskommen, weshalb dieses Jahr m.M.n. eine wichtige Erfahrung ist.

Sie sind für Ihren FWD nicht in eine Großstadt gezogen. Was hat Sie bewogen, nach Wurzen zu gehen und sich für das Netzwerk für Demokratische Kultur zu engagieren?

Tatsache ist, dass ich auf die Stelle in Wurzen ursprünglich aufmerksam geworden bin, weil ich den Stadtnamen lustig fand, und als ich dann die Stellenbeschreibung gelesen habe, für mich feststellte, dass das NDK mit der spannendste Einsatzort ist. Da ich dann aus den Bewerbungsgesprächen herausging mit nur zwei Zusagen, von denen die andere Stelle auch eher eine Ausweichoption für mich darstellte, war die Entscheidung recht einfach. Ich hätte natürlich auch nach Leipzig ziehen können, was von hier nur 20 Minuten mit dem Zug entfernt ist, aber da a.) - Überraschung! - die Mieten in Wurzen deutlich niedriger sind, und b.) die Fahrtkosten über das Jahr ziemlich teuer gewesen wären (#freiefahrtfürfreiwillige), bin ich jetzt zufriedener Wahlwurzener.

An welche Grenzen sind Sie persönlich im Rahmen des Freiwilligendienstes gestoßen? Was waren Ihre wichtigsten Lernerfahrungen?

Was mir am Anfang und auch immer noch schwerfiel, war, aus diesem "Schul-Mindset" herauszukommen, wo dir für jeden Zeitabschnitt gesagt wird, was du zu tun hast, und es immer besser ist, noch ein zweites und auch drittes Mal nachzufragen - diesbezüglich habe ich auf jeden Fall dazugelernt. Was ich ebenfalls gelernt habe, war - da ich für mein FSJ von zu Hause ausgezogen bin - das führen des eigenen Haushalts (mal besser und mal schlechter), was aber natürlich nicht auf jede/n zutrifft. Und zuletzt, auch im Zusammenhang mit dem Umzug: Da sich mein komplettes soziales Umfeld geändert hat, fühle ich mich mittlerweile deutlich sicherer im Umgang mit neuen Leuten, was mir vorher oft Schwierigkeiten bereitet hat.


 

Interview mit Eva Cynkar, Projektleiterin von "Neuland - Kulturbündnisse im ländlichen Raum"

Worum geht es beim Projekt "Neuland"? Was ist das Ziel?

"Neuland" ist ein kulturelles Jugendbeteiligungsprojekt der LKJ Sachsen, das Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren in ländlichen Regionen Sachsens darin unterstützt, ihre kreativen Ideen für ihre Stadt, ihr Dorf oder ihre Gemeinde umzusetzen und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten. Vom wöchentlichen Hip Hop Kurs über den eigenen Filmdreh hin zur künstlerischen Neu- bzw. Umgestaltung von ungenutzten Räumen und Flächen ist alles möglich. Wir möchten die Jugendlichen begleiten und uns für ihr Mitspracherecht einsetzen, damit sie  ihre Heimatorte kreativ verändern können, sofern sie dies möchten.

Das Modellprojekt startete im Herbst 2018 an zwei Standorten im Kulturraum Leipziger Raum: Groitzsch und Geithain. Hier fanden im November und Dezember 2018 an zwei Schulen Ideenworkshops statt. Wieso gerade diese beiden Orte?

Gerade in sächsischen Kleinstädten in ländlichen Räumen sind Strukturen für die kulturelle Jugendbildung kaum vorhanden. Für junge Menschen gibt es außerhalb der Schule und aufgrund eingeschränkter Mobilität dann keine Möglichkeit mehr, um sich nachmittags zu treffen und gemeinsam kreative Ideen zu spinnen. Wir konzentrierten uns bei der Suche nach den zwei Standorten auf den Kulturraum Leipziger Raum, weil wir hier den Bedarf an kulturellen Teilhabeangeboten für Jugendliche gesehen haben. Dabei war es wichtig, Partner vor Ort ins Boot holen zu können. Jugendclubs, Vereine, soziale Einrichtungen, aber auch Schulen haben einen guten Kontakt zur jugendlichen Zielgruppe, den wir nutzen können. Nach einer Sozialraumanalyse fiel schließlich die Entscheidung auf Groitzsch und Geithain, da es in diesen Kleinstädten zwar kein großes kulturelles Angebot für junge Menschen gibt, wir aber die Möglichkeit gesehen haben, an vorhandene, wenn auch sehr geringe, Strukturen anknüpfen zu können.

Was ist das Besondere an diesem Projekt? Was daran kann beispielgebend für andere ländliche Regionen sein?

Mit dem Modellprojekt möchten wir jungen Menschen ausgehend von ihren Interessen Freiräume für kulturelle Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen und damit gleichzeitig an einer kulturellen Belebung von Orten in ländlichen Regionen mitwirken. Davon profitieren alle: der positive Effekt durch neue Kulturorte und kulturelle Aktivitäten ist für die Gemeinde sicht- und erlebbar. Durch den partizipativen Projektansatz lernen junge Menschen, dass sich Beteiligung lohnt und wichtige Ergebnisse und Verbesserungen für sie selbst und die Gemeinde erreicht werden können – Erfahrungen, die zu einer stärkeren Identifikation der Jugendlichen mit ihrem ländlichen Lebensumfeld führen können.

Für die Jugendlichen ist die Teilnahme an allen Projektangeboten kostenlos. Ebenso entstehen für Gemeinden und Kommunen sowie für die Projektpartner keine Kosten.

Förderhinweis: Das Projekt wird im Rahmen des Programms "LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“ der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Es ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE).


 

Interview mit Chiara Rauhut, ehemalige Freiwillige der LKJ Sachsen e.V. von 2017-2018 für den "in puncto - kulturelle Bildung" November 2018

Chiara Rauhut, im Bild in der Mitte zu sehen

Chiara, du hast im letzten Jahr einen Freiwilligendienst bei der LKJ Sachsen geleistet und betreust jetzt als Co-Teamerin Freiwillige in Seminarwochen der LKJ. Was hat dich dazu bewogen, diese Arbeit zu machen bzw. der LKJ treu zu bleiben?

Ich finde die Idee der Seminarfahrten super und hatte Lust selber weiter Ideen und Themen sowie Änderungsvorschläge mit einzubringen. Meine Tätigkeit ist eine gute Möglichkeit, um Einblicke in die Arbeit mit Freiwilligen zu bekommen und ich kann mir gut vorstellen im sozialen, kulturellen oder politischen Bereich tätig zu werden. Besonders interessiert mich auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich finde es eine gute Möglichkeit, über die Seminare das Interesse für relevante politisch-gesellschaftliche Themen bei jungen Menschen zu wecken.

Die Bundesfamilienministerin Giffey möchte die Freiwilligendienste immens ausbauen und sogar ein Recht auf einen Freiwilligendienst aussprechen. Findest  du, es sollten sich mehr Jugendliche für einen solchen Dienst entscheiden? Was bringt es aus deiner Erfahrung, sich zu engagieren?

Ich würde sagen "Jein". Ja, weil es eine tolle Erfahrung ist, ein Jahr lang intensiv in einer Einrichtung zu arbeiten und viel Verantwortung übertragen zu bekommen. Mich persönlich hat das Jahr sehr gestärkt und gezeigt, was mir gut tut und vor allem, was ich gut kann. Ich hatte viele Einblicke in verschiedene Bereiche, konnte Kontakte knüpfen und Gespräche mit Menschen führen, die im kulturellen Bereich arbeiten, habe also einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen. Mich zu engagieren gibt mir ein gutes Gefühl, meine Energie und Motivation sinnvoll einzusetzen.

"Nein" würde ich eigentlich nur sagen, weil sich einige Bedingungen ändern müssten, damit ich es mit gutem Gewissen mehr Leuten empfehlen würde. Zum einen ist das Taschengeld zu niedrig für Menschen, die keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten können und zu Hause ausziehen müssen. Zum anderen sind 40 Stunden Arbeit sehr fordernd und anstrengend, nicht jede Person hält dieser Belastung stand. Es kommt dabei natürlich auch auf die Einrichtung und die jeweiligen Aufgaben an. Hier würde ich mir ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Freiwilligen wünschen.


Interview mit Markus Brückner, neuer Geschäftsführer des Verbands deutscher Musikschulen, Landesverband Sachsen e.V.

Sie haben sich das Ziel gesetzt, in kürzester Zeit alle Musikschulen in Sachsen zu besuchen, welche Eindrücke konnten Sie mitnehmen?

Ich dachte mir, wenn man irgendwo neu ist, stellt man sich erst einmal vor und das klappt am besten im persönlichen Gespräch. Nun hatte ich zwar alle Musikschulleiter/innen schon vor meiner Tour getroffen aber ich wollte gern die Musikschulen kennenlernen und mich wenigstens ein bisschen mit den Leiter/innen austauschen. Meine Eindrücke vom Besuch der 25 sächsischen VdM-Musikschulen waren sehr positiv und sehr vielfältig. Die Musikschulen leisten eine enorme Arbeit, ob in der Stadt oder auf dem Land. Jede Musikschule ist dabei etwas anders aufgestellt und hat jeweils ihre eigenen Probleme zu bewältigen. Andere Problemfelder dürfen und müssen sich leider alle Musikschulen teilen. Aber egal, in welcher Region die Musikschule ansässig ist, ob im Vogtland, in Hoyerswerda oder in Dresden, die inhaltliche Arbeit ist weitestgehend gleich und das Ziel, Kinder und Jugendliche auf ein lebenslanges Musizieren vorzubereiten, egal in welcher Form, verbindet sie.

 

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt, was möchten Sie für den Musikschulverband mittelfristig erreichen?

Als Geschäftsstelle haben wir immer das Ziel, den Musikschulen und den Trägern ein guter Ansprechpartner zu sein und die Interessen und die vielfältigen Aufgaben der Einrichtungen zu unterstützen und zu vertreten. Gleichzeitig unterstützen wir die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes des sächsischen Landesverbandes um den 1. Vorsitzenden, Dr. Klaus-Dieter Anders.

Im November veranstalten wir den 2. Sächsischen Musikschulkongress und neben vielen Vorträgen und Fortbildungen wird sich auch ein Plenum mit dem zentralen Thema „Berufsbild Musikschullehrer“ befassen. Dieses Thema ist, neben der finanziellen Ausstattung der Musikschulen, eines der drängendsten dieser Zeit und wird uns auch mittelfristig beschäftigen.

 

Mit Blick auf die Wahlen im nächsten Jahr: Wo gibt es aus Ihrer Sicht Verbesserungsbedarf, was brauchen Sachsens Musikschulen?

Unabhängig von Wahlen, Sachsens Musikschulen brauchen, genauso wie alle Musikschulen in Deutschland, die Möglichkeit, sehr gute Arbeitsbedingungen für sehr gutes Personal zu bieten, um weiterhin auf vielfältige Weise und in unterschiedlichster Form Kindern und Jugendlichen aber auch anderen Interessierten die Chance zu eröffnen, mit Musik in Kontakt zu treten und z. B. ein Instrument zu erlernen und im Ensemble gemeinsam zu musizieren. Leider gestaltet sich die Suche nach Lehrkräften vor allem im ländlichen Raum aber auch in den Zentren immer schwieriger. Gemeinsam an Lösungen für gute Arbeitsbedingungen für Musikschullehrkräfte zu arbeiten ist somit schon heute wichtig.

Das Interview wurde für die Kategorie "Nachgefragt" im Newsletter "in puncto kulturelle Bildung" im September 2018 geführt