Preisträger

Preisträger 12. Wettbewerb um den Jugendkunstpreis 2019
"Wo ist die Liebe?“


Literatur/Musik

1. Preis
Annalea Hummel, Leipzig, "My own lil' Tragedy"

Annalea Hummel begeisterte die Jury mit einer sher ausdrucksstarken und professionellen Performance. Text und Musik stehen im Einklang mit der Darbietung und überzeugen mit dem Niveau. Die charmante Einleitung stellt den Bezug zu Goethes Werk „Faust" und lässt den Song in einem überraschend neuen Kontext erstrahlen.

2. Preis
Josua Gebelein, Zwickau "sprudelfrisch, vanillesüß, mauerhoch: liebe..."

Josua Gebelein widmet sich in seinem Werk „Einzelkämpfern der Literaturgeschichte". Die sprachliche Gestaltung malt Bilder in den Köpfen der Zuhörer und entführt in surreale Welten, ohne dabei den politischen Diskurs außer Acht zu lassen. In seinem Werk erweckt er vergessene historische Formen zum Leben und setzt sie in einen modernen Bezug.

3. Preis
Klara Marlene Fischer, Leipzig "Dich in meinen Lügen zu halten"

Klara Marlene Fischers Gedichte ergreifen den Zuhörer durch eine ungewöhnlich harte Sprachbehandlung. Dadurch entsteht eine emotionale Tiefe, die die Jury nachdenklich und nachhaltig beeindruckt zurückgelassen hat. Sie schildert eine außergewöhnliche Liebe, die Gänsehautmomente erzeugt.


Fotografie/Film

1. Preis
Ensemble C, Chemnitz, Suche nach C

In dem Video "Suche nach C" begeben sich die zwei Protagonisten, auf einem geteilten Bildschirm, auf eine Tour durch die Stadt. Im Beitrag des Ensemble C wird auf spannende Weise der Versuch zweier verschiedenen Personen gezeigt, die Straßen, Häuser und Hinterhöfe durchforsten. Sie finden schließlich zusammen, aber für den Betrachter bleibt das Gefundene offen. In diesem Videobeitrag überzeugte das Zusammenspiel von der Idee eine schwer zu beantwortende Frage: „Wo ist die Liebe?" offen zu lassen und der experimentellen Umsetzung in Bildkomposition, Kameraführung und Ton.

2. Preis
Herr H., Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen, "Ohne Titel"

Diese besondere Fotografie zeigt einen Stuhl vor einer Wand mit Farbspuren, als Hinterlassenschaften eines malerischen Prozesses. Denn nach dem Abhängen einer Leinwand entschied Herr H. nicht das eigentliche Bild auszustellen, sondern eine Fotografie seines Arbeitsplatzes zum Bildinhalt zu erklären. Mit einer ganz anderen Sicht auf das Thema Liebe wird hier ein Bild der Abwesenheit präsentiert. Neben der gelungenen Komposition des Bildes führte die ergreifende Geschichte und die ungewöhnliche Darstellung zur Entscheidung der Jury.

3. Preis
Leoni Klipka, Dresden „What and where?"

"What is love?" ist die plakative Frage einer Reklame im Stadtraum, vor der eine junge Frau steht. Das in rotes Licht getauchte Gesicht blickt versonnen und abwesend zu Boden. Bemerkenswert ist die besondere Lichtstimmung im Bild, welches verschiedene Interpretationen zum diesjährigen Thema zulässt. Wo die Liebe ist jedoch, muss der Betrachter, so wie die Protagonistin, in Zeiten eines mediengeprägten Alltages für sich selbst herausfinden. Der Kontrast zwischen Offenheit und vermeintlich eindeutigen Werbebotschaften unterstreicht diese Frage bildnerisch.


Bildende Kunst

1. Preis
Florentyna Kalita, Jugendkunstschule Dresden,  "Wo war die Liebe?"

Der erste Preis geht an Florentyna Kolte für ihre Farbzeichnung „Wo war die Liebe?“. Florentyna weicht mir ihrer gestalterisch überzeugenden Interpretation des Wettbewerbsthemas bewusst von der ursprünglichen Formulierung ab und erweitert damit die Perspektive um einen Blick in die jüngere Geschichte. Ihre Zeichnung mit KZ-Insassen stellt die Frage nach Nächstenliebe und Verantwortung als Liebe in einem weiteren Maßstab. Damit wird ihr Wettbewerbsbeitrag zugleich zu einem Plädoyer für einen menschlicheren Umgang miteinander in der heutigen politischen Situation.

2. Preis
Agnieszka Brauer, Jugendkunstschule Dresden "Makel und los"

Agnieszka Brauers eingereichte Arbeiten bestechen durch eine ausgesprochen sensible Verbindung von Thematik und Material. Sie gewinnt ihren textilen Werkstoffen eine erstaunliche formale Vielfalt ab. Kritisch reflektiert sie das Thema Liebe in Bezug auf deren gesellschaftliche Konditioniertheit; in Verbindung mit mutigen formalen Entscheidungen entsteht hieraus eine sehr authentische Ausdrucksform, für die ihr die Jury den zweiten Preis zuspricht.

3. Preis
Richard Lehmann, Dresden  "Verrückt nach (S)DI(E)R!"

Richard  Lehmann hat mit seiner Wasserfarbenarbeit „Verrückt nach (S)DI(E)R“ einen Wettbewerbsbeitrag geleistet, der die Jury sehr beeindruckt hat. Eine persönliche, reduzierte Bildsprache mit individueller Symbolik trifft hier auf ein starkes malerisches Farbgefühl und macht die Jury neugierig darauf, mehr von seinen Arbeiten zu sehen.


Theater

1. Preis
Laientheater Eilenburg e.V., "Dunkel und Licht"

Den ersten Platz verleiht die Theaterjury an das Laientheater Eilenburg e.V. mit seinem Stück „Dunkel und Licht". Das eigenständig erarbeitete Stück überzeugte die Jury vor allem durch die unverstellte Natürlichkeit der Gruppe. Berührend wird in dem Stück damit umgegangen, wie man Ängste und Zweifel überwindet und das findet, wofür das eigene Herz schlägt. Auch das Wettbewerbsthema spiegelt sich in unterschiedlichsten Facetten in der Darstellung wieder. Besonders beeindruckt war die Jury davon, wie viel Persönlichkeit die Jugendlichen bei der Erarbeitung des Stückes einbrachten.

2. Preis
theaterclub 12+" aus Plauen, "Mädchen sind wie Nordkorea"

"Mädchen sind wie Nordkorea" Diese gewagte These stellt der „theaterclub 12+" aus Plauen auf, jene soll letztendlich, wie das Stück selber, die Empfindungen der jungen DarstellerInnen transportieren. Die SchauspielerInnen bringen dabei nicht nur ihre eigene Realität authentisch auf die Bühne. Auch durch die Umsetzung ihrer eigenen Anliegen, Gedanken und Gefühle teilen sie ihre ganz persönliche Lebenswelt mit dem Publikum. Ihre Spielfreude ist dabei polarisierend und die humorvolle Verwirklichung eines scheinbaren Hassthemas der Jugendlichen, welche es dennoch theatralisch umsetzen, bemerkenswert.

3. Preis
Julius Motteler Gymnasium Crimmitschau, "Wo ist die Liebe?"

"Wo ist die Liebe?" der Theater AG des Julius Motteler Gymnasiums Crimmitschau. Die Jury überzeugte die sehr persönliche und entfesselte Spielfreude aller Jugendlichen im selbst geschriebenen Traum-Wirklichkeit-Kontext. Liebe for Future! Sie haben sich intensiv mit sich selbst auseinander gesetzt, dabei eine Antwort auf die Frage des heutigen Wettbewerbs gefunden und diese dem Publikum offenbart, in all ihrer Liebe. Nicht nur die Liebe zu sich selbst, sondern auch die Liebe zur Familie und zur Umwelt lässt einen den ganzen Planeten umarmen wollen.


Tanz

1. Preis
Musikschule Leipzig "Johann Sebastian Bach", Tanzklassen 7A & 7B
MEIN – DEIN DU BIST GEMEIN

Der Beitrag MEIN-DEIN DU BIST GEMEIN überzeugte die Jury durch die starke Ausdruckskraft und die selbstbewusste, authentische Darbietung. Herausragte die Gruppendynamik, das gegenseitige Vertrauen der Tänzerinnen und die Achtsamkeit auf der Bühne untereinander. Die vielfältigen Formationen der Körper, technische Genauigkeit, Synchronität, sowie die Tanzleidenschaft beeindruckte die Jury nachhaltig. Klare und gesetzte Bewegungen wechselten sich dramaturgisch klug mit Stimme und dem Spiel mit Emotionen ab. Mobbing als sozialkritischer Bezug zum Thema "Wo ist die Liebe" fand eine altersgerechte und weitgreifende Umsetzung. Ein Thema, welches jeden betreffen kann und die Jury berührte. Kostüme und Bühnenbild unterstrichen die Performance.

2. Preis
"Körperkollektiv" des Kinder –und Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R. Leipzig
"What moves you"

Das Körperkollektiv hat die Jury durch hohe tänzerische Qualität und Ausdrucksstärke überzeugt. Es gab ein stimmiges Zusammenspiel zwischen Emotionen, Bühnenbild und Kostümen, welches die Persönlichkeiten der Tänzerinnen unterstrich. Nahtlose Übergänge der Schritte- und Bewegungsabläufe am Boden und durch den Raum sorgten für ein magnetisierendes Moment.

3. Preis
Modern Jazz Teens / PUCK e.V., Dresden
"Wir sind hier und wir sind laut"

Diese Gruppe überzeugte die Jury hauptsächlich durch ihre aussagekräftige und sehr themenbezogene Choreographie. Zwar war die tänzerische Ausführung nicht perfekt, dafür gab es viele unterschiedlichen Bewegungsqualitäten. Ein Überraschungsmoment am Ende des Stückes steigerten Dramatik und Ernsthaftigkeit des Themas und deren Umsetzung in der Gruppe. Tanz, Kostüm, Musikalität, Sprache und Komposition schufen ein originelles Tanzstück.


Sonderpreis gestiftet vom KIWANIS Club Leipzig

Best of Five, Niederwiesa
"Save me"
 
Die Idee entstand auf dem Schulhof. Fünf Freundinnen erarbeiteten ohne Anleitung eine Performance über die Liebe. Kreativ, originell und voller Elan erzählen die Teenager aus Niederwiesa eine Liebesgeschichte. Diese eigenständige Leistung würdigen wir mit dem Sonderpreis!

 


Die Preisträger 2019