Das Visa-Informationssystem (VIS) erschwert internationale Jugendbegegnungen außerhalb der EU erheblich

Das Visa-Informationssystem (VIS) erschwert internationale Jugendbegegnungen außerhalb der EU erheblich bzw. macht sie unmöglich.

Jetzt müssen in bestimmten Ländern (z.B. in Ländern Afrikas, in Russland oder China) Kinder- und Jugendgruppen lange Wege in Kauf nehmen, um sich persönlich Fingerabdrücke im deutschen Konsulat abnehmen zu lassen.

 

Das Visa-Informationssystem wurde 2011 von den Innenministern der Schengen-Staaten verabschiedet und wird seitdem staatenweise eingeführt, am 14. September in Russland, dann in China usw.. In den afrikanischen Staaten ist es bereits in Kraft gesetzt und Träger berichten von den Hürden, die nun zusätzlich Jugendaustauschprogramme erschweren. Bei großen Entfernungen in Flächenländern wie Russland bedeutet das, dass Schulklassen oder Kinder- und Jugendgruppen vielleicht erst tausende Kilometer zum nächsten Visazentrum reisen müssen, um sich dort Fingerabdrücke nehmen zu lassen. Hinzu kommen enorme zusätzliche Kosten. In diesen Zeiten der angespannten Beziehungen zu Russland ist das ein fatales Signal, zumal die Jugendministerin Manuela Schwesig gerade erst die Schirmherrschaft über das deutsch-russische Themenjahr „70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges: Jugendaustausch, Verständigung, gemeinsame Zukunft“ übernommen hat. Es wird zu einem Einbruch der Begegnungen im deutsch-russischen Schüler- und Jugendaustausch führen.

Die Einführung des Systems erfolgte ohne Rücksprache mit den Jugendministerien. Die Bundestagsabgeordneten und viele im Arbeitsfeld Tätige sind darüber, insbesondere über die sich daraus ergebenden Folgen für den Jugend- und Schüleraustausch, nicht informiert. Eine offizielle Stellungnahme liegt nicht vor.

Die Teilnehmer des deutsch-russischen Jugendkongresses aus Anlass des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges und der Eröffnung des Themenjahres, das durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (Hamburg) gemeinsam mit dem Koordinierungsbüro der russischen Seite vorbereitet und ausgerichtet wurde und vom 4. – 8. Juni in Moskau stattfand, verabschiedeten dazu eine Erklärung, die mit überwältigender Zustimmung verabschiedet wurde. Aus Sicht der anwesenden Akteure im deutsch-russischen Austausch  schafft VIS neue Barrieren und verhindert Mobilität und Austausch über die engen EU-Grenzen hinaus.

Zur Erklärung hier

Christine Range, Teilnehmerin der Konferenz


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