Anhörung im Landtag zum Thema "Freie Fahrt für Freiwilligendienst-Leistende mit Bus und Bahn"

Der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr führte am 3. März eine öffentliche Anhörung von Sachkundigen zur Drucksache 7/397 "Gemeinnütziges Engagement gebührend anerkennen: Freie Fahrt für Freiwilligendienst-Leistende mit Bus und Bahn!", einem Antrag der Fraktion DIE LINKE durch.

Die Geschäftsführerin der LKJ Sachsen e.V., Dr. Christine Range, war dazu als Sachkundige eingeladen und stand den Abgeordneten im Anschluss an ihren Vortrag Rede und Antwort.

Die LKJ Sachsen e.V. hatte sich bereits im Herbst 2018 bei einer Anhörung im Finanzausschuss des Landtages dafür eingesetzt, bei der Einführung eines einheitlichen, sachsenweit gültigen und kostengünstigen Bildungstickets für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende auch Freiwilligendienstleistende gleichberechtigt zu berücksichtigen.

Im September 2019 wandte sich die LKJ mit dem Aufruf "Freie Fahrt für Freiwillige" an alle neugewählten Abgeordneten des Sächsischen Landtages mit dem Anliegen, die Entscheidung des  Bundesverteidigungsministeriums „Freie Fahrt für Soldatinnen und Soldaten“, auch auf Freiwillige zu übertragen. Freiwillige engagieren sich ein Jahr lang in  Vollzeit in Einrichtungen und Vereinen der Kultur-, Bildungs-, Jugend- und Sozialarbeit und erhalten dafür ein Taschengeld, was derzeit zwischen 300 und etwa 350 Euro liegt. Sie übernehmen Verantwortung für andere und sind eine wichtige Stütze der Gesellschaft. Dafür gebührt ihnen Respekt und Dank. Über 70 Geschäftsführungen und Leitungen von Einsatzstellen im Trägerverbund der LKJ Sachsen e.V. haben diesen Aufruf unterzeichnet.

Freiwillige fordern seit Jahren freie Fahrt, die besonders für Freiwillige in ländlichen Räumen eine finanzielle Erleichterung darstellt und die Entscheidung erleichtert, dort einen Freiwilligendienst zu leisten. Es wäre auch ein Beitrag, um Freiwilligendienste für neue Zielgruppen attraktiv zu machen, also elternunabhängig zu ermöglichen-

Auch im neuen Koalitionsvertrag der Koalition aus CDU, SPD und Grünen ist die perspektivische Einbeziehung von Freiwilligendienstleistenden in das Bildungsticket als Ziel formuliert, als ersten Schritt sollen sie jedoch vom Azubi-Ticket profitieren können.

Dieses kostet für einen Verkehrsverbund 48 Euro monatliche im Abonnement, für jeden weiteren zusätzlich 5 Euro. Es ist derzeit aber noch nicht für Freiwilligendienstleistende nutzbar.

Wir sagen, das ist keine wirkliche Alternative für Freiwillige, denn Auszubildende erhalten eine Mindestausbildungsvergütung von 500 Euro monatlich. Die LKJ Sachsen e.V. setzt sich in einem ersten Schritt für ein Bildungsticket für Freiwilligendienstleistende ein, das, wie in Hessen, Berlin/Brandenburg und ab August 2020 auch in Hamburg, 30 Euro monatlich kostet. Mittelfristig sollten Freiwillige aber bundesweit im Sinne der Wertschätzung und Nachhaltigkeit, kostenfrei den ÖPNV und die Deutsche Bahn nutzen können.

Christine Range


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