in puncto kulturelle Bildung
09 | 10
Newsletter der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e.V.

Die Auswirkungen der Kürzungen des Freistaates werden mehr und mehr sichtbar: reduzierte Angebote für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte, fehlende Planungsgrundlagen für 2011 und eine große Unsicherheit, ob im Haushalt 2011/12 noch einmal die Daumenschrauben für die Kinder- und Jugendarbeit angesetzt werden. Weitere Kürzungen wären für Jugend(sozial-)arbeit, Kulturbereich, Freiwilligendienste und die überörtlichen Träger nicht verkraftbar. Die aktuelle Shell-Jugendstudie zeigt, dass die Kluft zwischen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und denen aus privilegierten Familien wächst. Sozial benachteiligte Jugendliche sind weniger zufrieden mit ihrem Leben, beschäftigen sich eher mit Computer und Fernsehen als mit Lesen oder kreativen Tätigkeiten und sehen weniger optimistisch in die Zukunft. Die Schulbildung hängt in keinem anderen Land so stark von der Herkunft ab wie in Deutschland. Und doch haben alle Kinder und Jugendlichen, gleich welcher Herkunft, ein Recht auf optimale Bildungszugänge und Lebensbedingungen. Wie wollen wir in Sachsen mit dieser Kluft umgehen, wenn in Zukunft Bildungsleistungen und Freizeitbeschäftigung nur für Kinder und Jugendliche angeboten werden, deren Eltern es sich leisten können?

[top]Aus der Geschäftsstelle

10 Jahre FSJ Kultur in Sachsen - eine Erfolgsgeschichte feierte Jubiläum im Sächsischen Landtag

FSJ Kultur – neuer Jahrgang gestartet

Die LKJ Sachsen e.V. entsendet drei Jugendliche ins europäische Ausland

Vergabe des Kompetenznachweis Kultur zum „Antikenfest Bautzen“ am 3. Oktober

KOPFsachen: Portraits aus Holz, Ton und Pappmaché vom 4. bis 8. Oktober in Oederan

Stärken sichtbar machen: Ausbildung zum Berater Kompetenznachweis Kultur, Teil 1 am 5. und 6. November 2010 in Leipzig sowie nach der Praxisphase 2 Tage im Frühjahr 2011

Treffen der KNK-Berater am 10. November in Leipzig

Zeigen wie´s geht - Einführung in die Kunst der Öffentlichkeitsarbeit am 12. und 13. November in Leipzig

Aus den Mitgliedsverbänden

Herbstprojekt des Landesjugendorchesters Sachsen

6. Landesblasmusikfest führt 2.000 Musiker ins sächsische Frankenberg

15. Internationales Filmfestival „Schlingel“ vom 27. September bis 3. Oktober in Chemnitz

Informationstag für Chorvorstände am 23. Oktober in Dresden

Neues aus Jugend- und Kulturpolitik

Zur Zukunft der Freiwilligendienste

Sabine Schorlemer zu Gast bei Kulturpolitischen Salon „Kulturland Sachsen – ein gefährdeter Schatz?“

Beginn der Haushaltsberatungen zu Haushaltsentwurf 2011/12 im Sächsischen Landtag

Öffentliche Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses am 23. September in Dresden

Proteste gegen Kürzungen der Staatsregierung gehen weiter

Termine und Veranstaltungen

Fachtagung „Strategien für eine offensive Jugendhilfe“ am 4. Oktober an der Hochschule Mittweida

Fachtagung „Jugendverbände als Orte der Demokratiebildung. Flexibles Jugendmanagement - eine Form der aktiven Beteiligung von jungen Menschen“ am 24. November in Meißen

Fachtagung Akademie social: 20 Jahre KJHG - ein Grund zum Feiern!? Vom 1. bis 3. Dezember in Naunhof

Anregungen und Links

16. Shell Jugendstudie erschienen – die Jugend 2010 ist pragmatisch und leistungsorientiert

„Rauskommen“ – Bundesweiter Wettbewerb für Jugendkunstschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen – Einsendeschluss 31. Oktober

Schülerwettbewerb „MAKE A VIDEO“ – Bewerbungen bis 15. November einreichen


[Geschaeftsstelle]Aus der Geschäftsstelle

10 Jahre FSJ Kultur in Sachsen - eine Erfolgsgeschichte feierte Jubiläum im Sächsischen Landtag

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur (FSJ) feiert im Jahrgang 2010/11 seinen zehnjährigen Geburtstag. Aus diesem Anlass fand am 27. August 2010 unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler ein Fachforum der LKJ Sachsen e.V. in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) im Sächsischen Landtag statt. Das 2001 gestartete Modellprojekt „Rein ins Leben“ der BKJ konnte dank der Förderung des Freistaates Sachsen in die Regelförderung überführt werden. Die Zahl der angebotenen FSJ-Plätze erhöhte sich von 25 auf 70. Das Fachforum stand im Zeichen aktueller Herausforderungen. Die Kürzung der Stellenzahl von 1.100 auf 500 Plätze trifft die FSJ-Träger im Freistaat hart. Freiwillige, Einsatzstellen und Gastredner forderten die Landesregierung auf, diese Entscheidung nochmals zu überdenken. Auch die bundesweit geführte Diskussion um die Aussetzung des Wehrdienstes und Verkürzung des Zivildienstes sowie die Einführung eines freiwilligen Zivildienstes spielte im Fachforum eine Rolle. Regina Kraushaar, Abteilungsleiterin im Sächsischen Sozialministerium, sieht diese Entwicklung eines zentral gesteuerten, von einem Bundesamt verwalteten und um ein Vielfaches besser geförderten Dienstes kritisch und erinnert an die Kultur der Freiwilligkeit. Sie skizzierte die Entwicklung der Freiwilligendienste von einem christlichen Dienst am Menschen hin zu einem Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen. Sie betonte, dass das FSJ Kultur die Qualitätsentwicklung im FSJ vorangebracht hat – mit einem hohen Grad an Beteiligung und Mitbestimmung. Sie bedauert die Reduzierung der staatlichen Förderung im FSJ-Bereich, sieht dazu jedoch keine Alternative. Die jugendpolitischen Sprecher von CDU, SPD, Linken und Grünen überbrachten ihre Glückwünsche und betonten den hohen Stellenwert des FSJ Kultur. FSJ-Pate Dr. Thomas Feist, MdB und engagierter Fürsprecher des FSJ Kultur, stellte zum Abschluss des Fachforums Innovationskraft und Potentiale des FSJ Kultur heraus. Am Nachmittag fand die feierliche Zertifikatsübergabe an die Freiwilligen des Jahrgangs 2009/10 und die Begrüßung der Freiwilligen des Jahrgangs 2010/11 mit einem anregenden Kulturprogramm statt.

Weitere Informationen unter: www.lkj-sachsen.de/fsj-kultur/aktuelles

FSJ Kultur – neuer Jahrgang gestartet

68 Freiwillige haben an 60 Einsatzstellen in ganz Sachsen am 1. September ihr FSJ-Kultur begonnen. Vom Kinder- und Jugendhaus bis zu Einrichtungen der Hochkultur reicht das Spektrum der Einsatzstellen.

Weitere Informationen unter: www.lkj-sachsen.de/fsj-kultur/aktuelles

Die LKJ Sachsen e.V. entsendet drei Jugendliche ins europäische Ausland

Die LKJ Sachsen entsendet im Herbst 2010 drei Jugendliche im Rahmen des Programms Europäischer Freiwilligendienst (EFD) nach Österreich, Polen und Frankreich. Der EFD bietet jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren die Möglichkeit, sich sechs bis zwölf Monate im Ausland zu engagieren. Die LKJ Sachsen e.V. legt auch hier den Schwerpunkt auf das Einsatzfeld Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Nähere Informationen dazu gibt Inga Schwede 0341/2577320 + schwede@lkj-sachsen.de.

Vergabe des Kompetenznachweis Kultur zum „Antikenfest Bautzen“ am 3. Oktober

Im Projekt Rietschel-Stein-Antike unter Regie der Bildungsprojekte „didaktibus“ und des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen setzen sich seit Februar diesen Jahres 90 Schüler aus neun Schulen der Oberlausitz künstlerisch mit dem Rietschel-Giebel am Burgtheater Bautzen auseinander. Dabei werden sie von Künstlern, Handwerkern und Lehrern begleitet, die sich im Rahmen des Projekts durch die LKJ Sachsen e.V. zum Berater Kompetenznachweis Kultur ausbilden lassen konnten, um für die beteiligten Jugendlichen Kompetenznachweise zu vergeben. Zum Antikenfest am 3. Oktober auf der Bautzener Ortenburg werden die Ergebnisse des Projekts vorgestellt und die Kompetenznachweise feierlich überreicht.

Weitere Informationen unter: www.RietschelSteinAntike.de

KOPFsachen: Portraits aus Holz, Ton und Pappmaché vom 4. bis 8. Oktober in Oederan

Drei Werkstätten widmen sich einem herausfordernden Thema, dem KOPF aus drei Perspektiven: die abtragende Technik der Holzbildhauerei, die auftragende in der Keramik sowie die kombinierende Art des Pappmachés, wobei noch Farbe mit ins Spiel kommt. Jeder entscheidet sich für eine Werkstatt. Willkommen sind jung und alt, die handwerkliche Methoden zur kreativen Gestaltung erlernen, schöpferische Prozesse erleben und diese in den Prozessen der kulturellen Bildung in Kindertagesstätten, Schulen und außerschulischer Bildung fortan umsetzen wollen. Mit Peter Demetz, Holzbildhauer + Bianca Seidel, Bildhauerin + Susann Popp, Designerin. In Zusammenarbeit mit der Volkskunstschule Oederan.

Teilnehmerbeitrag: 120 Euro für Werkstatt und Verpflegung + 40 Euro für Übernachtung Kontakt: Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen e.V., Birgit Wolf 0341/2577305 + wolf@lkj-sachsen.de

Stärken sichtbar machen: Ausbildung zum Berater Kompetenznachweis Kultur, Teil 1 am 5. und 6. November 2010 in Leipzig sowie nach der Praxisphase 2 Tage im Frühjahr 2011

In Einrichtungen sowie bei Angeboten der kulturellen Bildung erwerben Jugendliche fachliche und soziale Kompetenzen aber auch Gewissheit über die eigenen Stärken: den Mut, Dinge kritisch zu betrachten und das Vertrauen in die eigene Kraft. Um diese zu beschreiben, entwickelte die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) den Kompetenznachweis Kultur (KNK). Der Bildungspass wird mit dem Jugendlichen gemeinsam im Dialog erarbeitet und dokumentiert seine Stärken. Die Fortbildung besteht aus zwei Kursphasen und führt in die Handhabung des KNK ein. Zwischen beiden Kursteilen liegt eine Praxisphase, in der die Methoden praktisch erprobt werden.

Teilnehmerbeitrag: 120 Euro für die KNK-Ausbildung Teil 1 + 2 sowie 20 Euro für Handbuch Kontakt: LKJ Sachsen e.V., Birgit Wolf 0341/2577305 + wolf@lkj-sachsen.de

Treffen der KNK-Berater am 10. November in Leipzig

Zwei Mitarbeiterinnen der Leipziger Städtischen Bibliotheken, Sachgebiet Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit, sind dem Netzwerk der sächsischen KNK-Berater beigetreten. Im Rahmen der Leipziger Jugend-Literatur-Jury vergaben sie im August 2010 Kompetenznachweise an zwei Jurymitglieder. Die Zahl der KNK-Berater in und um Leipzig wuchs somit auf 23. Am 10. November, 10 bis 13 Uhr, laden die Leipziger Städtischen Bibliotheken und die LKJ Sachsen e.V. zum Treffen der KNK-Berater in die Bibliothek Südvorstadt „Walter Hoffmann“ in die Steinstraße 42 ein. Das Treffen bietet die Möglichkeit, bezüglich der Vergabe des KNK und der Erfahrungen im Umgang damit miteinander ins Gespräch zu kommen. Zudem möchten wir gemeinsam Strategien entwickeln, wie wir den KNK im Kontext der wertvollen Arbeit der kulturellen Bildung in der Stadt Leipzig verstärkt einbringen und öffentlichkeitswirksam präsentieren können.

Weitere Informationen: Birgit Wolf 0341/ 2577305 + wolf@lkj-sachsen.de

Zeigen wie´s geht - Einführung in die Kunst der Öffentlichkeitsarbeit am 12. und 13. November in Leipzig

Ob Amateurtheatergruppe oder ehrenamtliches Kunstprojekt – zu einer gelungenen Theatervorstellung oder Ausstellung gehört die öffentliche Wahrnehmung. Doch was bringt Presse, Radio oder Fernsehen dazu, zu berichten? Im Seminar erfahren die Teilnehmer mehr über das weite Feld der Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Der erste Seminarteil vermittelt Grundlagen und nützliche Hinweise: Was beinhaltet gute Öffentlichkeitsarbeit und wie lässt sie sich realisieren? Was sollte beachtet werden? Wie kann die Kommunikation mit Medienvertretern organisiert werden? Im zweiten, praktischen Teil werden anhand der mitgebrachten Erfahrungen und Themen der Teilnehmer Strategien entwickelt und eigene Texte wie Pressemitteilungen und Presseeinladungen verfasst. Ein Seminar für Einsteiger, Ehrenamtliche und alle, die die öffentliche Wahrnehmung ihrer Arbeit steigern wollen.

Teilnehmerbeitrag: 50 Euro für Workshop und Verpflegung + 15 Euro für Übernachtung Kontakt: LKJ Sachsen e.V., Sandra Böttcher 0341/2577335 + boettcher@lkj-sachsen.de 

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[Mitgliedsverbaende]Aus den Mitgliedsverbänden

Herbstprojekt des Landesjugendorchesters Sachsen

Das Landesjugendorchester lädt Interessierte zu seinen Konzerten am 08.10.2010, 19.30 Uhr an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, am 09.10.2010, 19.30 Uhr in der Hochschule für Musik Dresden und 10.10.2010, 17 Uhr in das Neuberinhaus Reichenbach ein. Unter anderem werden Werke von Jean Sibelius, Robert Schumann und Edvard Grieg gespielt.

Weitere Informationen unter: www.saechsischer-musikrat.de/index.php?id=333

6. Landesblasmusikfest führte 2.000 Musiker ins sächsische Frankenberg

Vom 20. bis 22. August lag in Frankenberg viel Musik in der Luft - über 2.000 Musikerinnen und Musiker aus 55 Orchestern in 46 Vereinen und 50 weiteren Orchestern aus Sachsen haben die Vielfalt und Qualität der Blasmusik präsentiert. Der Sächsische Blasmusikverband und die Bläserjugend Sachsen hatten Blasorchester, Musikvereine, Spielmannszüge, Fanfarenzüge, Schalmeienzüge und Bläserensembles aus Sachsen, Deutschland und Europa nach Frankenberg eingeladen. Der Sächsische Blasmusikverband e.V. zeigte das breite Spektrum ehrenamtlichen Musikengagements sowie die Leistungsfähigkeit der Amateurbläsermusik.

Weitere Informationen unter: www.blasmusik-sachsen.de

15. Internationales Filmfestival „Schlingel“ vom 27. September bis 3. Oktober in Chemnitz

Das unabhängige Filmfestival Schlingel feiert 2010 seinen 15. Geburtstag und lädt Kinder, Jugendliche und Filminteressierte Erwachsene nach Chemnitz ein. Neben Filmgesprächen mit der anwesenden Filmprominenz gibt es Seminare und Diskussionsrunden für Fachbesucher sowie Workshops für Schulklassen und Kindergärten. Das Festival versteht sich als Podium des internationalen Kinder- und Jugendfilms in Deutschland. Letztes Jahr erreichte das Festival einen Besucherrekord mit über 10.000 Zuschauern. Nicht nur eine internationale Fachjury ist bei der Bewertung der besten Filme gefragt, auch eine europäische Kinderjury bestehend aus 18 Kindern aus 9 europäischen Städten entscheidet, wer den Europäischen Kinderfilmpreis erhält. Veranstalter ist der Sächsische Kinder- und Jugendfilmdienst e. V. Chemnitz. Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ist seit 2006 Mitveranstalter.
Weitere Informationen unter: www.ff-schlingel.de/das_festival.html

Informationstag für Chorvorstände am 23. Oktober in Dresden

Der SCV führt am 23. Oktober von 10 bis 13 Uhr am Gymnasium Bürgerwiese Dresden, Gret-Palucca-Straße 1, einen Informationstag für Chorvorstände durch. Ziel ist es, den ehrenamtlich Tätigen neue Informationen, Anregungen und Hinweise zu vermitteln, die ihnen ihre verantwortungsvolle Arbeit leichter und erfolgreicher machen können. Nach der Eröffnung im Plenum und einem Vortrag zum Thema "Zahlungsverpflichtungen an die Künstlersozialkasse" haben die Teilnehmer von 11.00 bis 13.00 Uhr die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsgruppen zu besuchen, die von kompetenten Referenten betreut werden. Die Anmeldung schicken Sie bitte bis zum 1. Oktober per E-Mail an geschaeftsstelle@s-cv.de, als Fax an die 037206-880143 oder mit der Post an den Sächsischen Chorverband, Humboldtstraße 11, 09669 Frankenberg, www.saechsischer-chorverband.de/pages/infotag.php 

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[JugendKulturpolitik]Neues aus Jugend- und Kulturpolitik

Zur Zukunft der Freiwilligendienste

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat im August angesichts einer möglichen Aussetzung von Wehr- und Zivildienst die Schaffung eines bundesweiten freiwilligen Zivildienstes mit staatlicher Förderung vorgeschlagen. Auf diese Weise will sie schwerwiegende negative Folgen eines Ausfalls von derzeit rund 90.000 Zivildienstleistenden pro Jahr für die soziale Infrastruktur abfedern. Von verschiedener Seite wurde bereits auf die erhebliche Problematik der Schaffung einer Parallelstruktur von Freiwilligem Sozialem Jahr und einem „freiwilligen Zivildienst“ hingewiesen. Auf den Parteitagen der Regierungsparteien im Herbst ist mit einer Entscheidung über die Zukunft von Wehrdienst und Zivildienst zu rechnen. Der Bundesarbeitskreis FSJ hat eine Positionsbestimmung verfasst, die sich gegen einen freiwilligen Zivildienst ausspricht (Quelle: BKJ).

Weitere Informationen hier: www.pro-fsj.de/modules/CmodsDownload/upload/Pressemitteilungen/PE_BAK_zu_freiw_ZD_24_08_10.pdf

Sabine Schorlemer zu Gast bei Kulturpolitischen Salon „Kulturland Sachsen – ein gefährdeter Schatz?“

„Unsere einzigartige Kulturlandschaft in Sachsen wird nur dann entwicklungsfähig bleiben, wenn wir immer wieder eine öffentliche Verständigung über den wahren Wert der Kultur erreichen. Kultur hat gerade in Krisenzeiten eine große sinn- und identitätsstiftende Funktion. Deshalb sind Investitionen in diesem Bereich gefragt. Sie sind keine Subventionen, die beliebig zurückgefahren werden können“, so die Sächsische Kunstministerin, Sabine von Schorlemer, in ihrer Rede beim Kulturpolitischen Salon „Kulturland Sachsen – ein gefährdeter Schatz?“ in der Leipziger Oper. Sie betonte unter anderem die Wichtigkeit des Projekts „Jedem Kind ein Instrument“, ein Modellprojekt des SMWK für Grundschüler der ersten und zweiten Klasse im ländlichen Raum. Dieses findet sich in der aktuell erschienenen Förderrichtlinie für Kulturelle Bildung wieder. Die Förderrichtlinie stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der kulturellen Bildung, insbesondere der musikalischen Bildung, dar. Zudem äußerte sie, dass Strukturanpassungen notwendig seien und Förderentscheidungen in Zukunft davon abhängen, was einzelne Institutionen zur überregionalen Entwicklung beitragen. Kulturelle Netzwerke und die Infrastruktur in ländlichen Räumen sollen in Zukunft gestärkt werden.

Informationen unter: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/158207

Beginn der Haushaltsberatungen zu Haushaltsentwurf 2011/12 im Sächsischen Landtag

Nachdem der Haushaltsentwurf 2011/12 im August dem Landtag übergeben wurde, haben am 2. September die Haushaltsberatungen im Sächsischen Landtag begonnen. Die Staatsregierung will in den kommenden Jahren ihren Kurs beibehalten, Neuverschuldungen durch einen strikten Sparkurs zu vermeiden. Angesichts sinkender Einnahmen sieht der Regierungsentwurf bezogen auf 2010 im kommenden Jahr Kürzungen um 1,23 Milliarden Euro und 2012 um 1,38 Milliarden Euro vor. CDU-Vorsitzender Steffen Flath erinnerte in der Debatte an die Schuldenlast des Freistaates: „Momentan hat Sachsen einen Schuldenstand von 11,8 Milliarden Euro. Wenn wir pro Jahr weiter 75 Millionen Euro tilgen, dann sind wir in 157 Jahren schuldenfrei – das heißt, wir reden über das Jahr 2167: ich wiederhole 2167!“ SPD-Vorsitzender Martin Dulig lehnte den Haushaltsentwurf ab und bezeichnete die Kürzungen als überflüssig, unmotiviert und familienfeindlich und warnte vor dem Verlust des sozialen Zusammenhalts: „Es wird gekürzt, obwohl es finanziell nicht nötig ist. Es wird gespart, obwohl es kein Ziel gibt, für das man spart.“ Endgültig beschlossen wird der Haushalt Mitte Dezember.

Weitere Informationen: www.sachsen-cdu-politik.de und http://spd-fraktion-sachsen.de

Öffentliche Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses am 23. September in Dresden

Am 23. September findet ab 10 Uhr die 6. Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses im Sächsischen Landtag statt. Thema ist unter anderem der Entwurf zum Doppelhaushalt 2011/12, zu dem der Landesjugendhilfeausschuss eine Stellungnahme verabschieden wird.

Kontakt: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Landesjugendamt, Geschäftsstelle des Landesjugendhilfeausschusses, Parkstraße 28, 09120 Chemnitz, Tel.: 0371 2408 1123, Fax.: 0371 2408 1199, antje.just@lja.sms.sachsen.de

Proteste gegen Kürzungen der Staatsregierung gehen weiter

Der DGB Sachsen ruft zur Beteiligung an einer Protestkundgebung zum Doppelhaushalt 2011/12 am 29. September ab 17 Uhr auf. Zuvor sind Interessierte zu einer alternativen Anhörung zum Doppelhaushalt 2011/12 in das Kongresszentrum Dresden eingeladen – es werden wirtschaftliche und finanzpolitische Auswirkungen des Doppelhaushalts 2011/2012 diskutiert. Darüber hinaus wird eine Studie vorgestellt, die sich mit den wirtschaftlichen Folgen der Kürzungspolitik beschäftigt hat. Vertreter von Gewerkschaften, Bündnissen und der Kommune kommen zu Wort. Ein Demonstrationszug wird 16.30 Uhr am Kongresszentrum starten.

Weitere Informationen: www.zukunftundzusammenhalt.de
Ansprechpartner: Dr. Willy Buschak, DGB Sachsen, willy.buschak@dgb.de 

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[Termine]Termine und Veranstaltungen

Fachtagung „Strategien für eine offensive Jugendhilfe“ am 4. Oktober an der Hochschule Mittweida

An der Hochschule Mittweida sind die Auswirkungen der Kürzungen auf die Jugendhilfelandschaft in Sachsen Thema einer Fachtagung. Sowohl Verbände als auch Träger der Jugendhilfe versuchen mit unterschiedlichen Strategien auf die Kürzungen zu reagieren. Sie haben verschiedene Initiativen gegründet, um den Protest zu artikulieren und stärker zu bündeln. Neben den freien Trägern der Jugendhilfe sind auch die Hochschulen des Freistaates betroffen. Die Tagung soll dazu beitragen, die Auswirkungen der massiven Streichungen auf die Jugendhilfelandschaft zu thematisieren, die Fortführung des Protestes zu organisieren, Initiativen und Gegenstrategien zu veröffentlichen und zu diskutieren, Netzwerke zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Verbindliche Anmeldung per Mail bis zum 24.09.2010 unter tagung-rosswein@iris-ev.de Ansprechpartnerin: Frau Pia Rohr 0351/47 58 901. Es wird ein Unkostenbeitrag von 10,- € (für Studie­rende 5,- €) erhoben. Sofern Sie keine Rückmeldung erhalten, gilt Ihre Teil­nahme als bestätigt.

Fachtagung „Jugendverbände als Orte der Demokratiebildung. Flexibles Jugendmanagement - eine Form der aktiven Beteiligung von jungen Menschen“ am 24. November in Meißen

Dem Grundgedanken des Projektes „Flexibles Jugendmanagement“ folgend - durch eine Stärkung der Jugendverbandsarbeit die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen zu fördern - soll aufgezeigt werden, dass und in welcher Form innerhalb von Jugendverbänden demokratische Prozesse stattfinden. Darüber hinaus wird über den bisherigen Verlauf und die Zwischenergebnisse des Flexiblen Jugendmanagements informiert. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus dem Bereich der Jugend-/ Jugendverbandsarbeit von Trägern der freien und öffentlichen Jugendhilfe. Anmeldungen bis zum 06.10.2010 an das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Landesjugendamt, Frau Weber, Parkstraße 28, 09120 Chemnitz, Fax 0351 4510054910.

Fachtagung Akademie social: 20 Jahre KJHG - ein Grund zum Feiern!? 1. bis 3. Dezember in Naunhof

Das Plenum Jugendbildung Sachsen, eine Initiative überörtlicher freier Träger der Jugendhilfe, an der sich die LKJ Sachsen e.V. beteiligt, organisiert gemeinsam die Fachtagung zum 20jährigen Bestehen des KJHG und hat namhafte Vertreter der Jugendhilfe auf Landes- und Bundesebene nach Naunhof eingeladen, um über die Entwicklung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und seine Auswirkungen zu diskutieren. Das KJHG, heute SGB VIII, eröffnet vielfältige und moderne, auf Entfaltung wie auch auf Prävention ausgerichtete Handlungsmöglichkeiten für die Aufgaben und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und ist eine gesetzliche Errungenschaft. Nach 20 Jahren Wirksamkeit dieser Gesetzesgrundlage in den neuen Bundesländern gilt es zu überprüfen, wie die vorhandenen Ansätze und Zielsetzungen des KJHG in der Praxis der Jugendhilfe umgesetzt wurden und werden. Ein weiteres Ziel dieser Fachtagung ist die Überprüfung der Standfestigkeit des Gesetzes unter dem Einfluss des aktuellen drastischen Kürzungskurses. Die gesamte Tagung kostet 100 Euro inkl. Verpflegung und Übernachtung, eine Tageskarte kostet 40 Euro.

Infos und Anmeldung AGJF Sachsen e.V. Neefestraße 82, 09119 Chemnitz 0371/53364 29, Fax (0371) 5 33 64 26, www.agjf-sachsen.de, gelfert@agjf-sachsen.de 

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[Links]Anregungen und Links

16. Shell Jugendstudie erschienen – die Jugend 2010 ist pragmatisch und leistungsorientiert

Die 16. Shell-Jugendstudie ist erschienen und zeichnet das Bild einer Jugendgeneration, die größtenteils zuversichtlich in die Zukunft sieht und pragmatisch und leistungsorientiert ihr Leben in die eigene Hand nehmen will. Die befragten Jugendlichen sind an sozialem Aufstieg interessiert und suchen individuelle Möglichkeiten, ihre Ziele umzusetzen. Vielfältige soziale Beziehungen sind ihnen wichtig, Familie hat einen hohen Stellenwert wobei die Herkunftsfamilie als Halt und Unterstützung als sehr wichtig angesehen wird. Der Bildungsabschluss bleibt der Schlüssel zum Erfolg – in Deutschland hängt er so stark wie in keinem anderen Land von der sozialen Herkunft der Jugendlichen ab. Auch die Kluft zwischen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und privilegierten Jugendlichen wird deutlich: Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen sind weniger zufrieden mit ihrem Leben, sehen weniger optimistisch in die Zukunft und verbringen ihre Freizeit häufiger vor Computer oder Fernsehen als Jugendliche aus privilegierten Familien. Auch Aktivität und Engagement sind bildungs- und schichtabhängig. Je gebildeter und privilegierter die Jugendlichen sind, desto häufiger sind sie im Alltag aktiv für den guten Zweck. Im Rahmen der Studie wurden 2.600 Jugendliche im Alter von 12 und 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation, Glaubens- und Wertvorstellungen sowie ihrer Einstellung zur Politik befragt. Die Studie ist im Buchhandel für 16,95 EUR (D), ISBN 978-3-596-18857-4 erhältlich.

Weitere Informationen unter www.shell.de/jugendstudie

„Rauskommen“ – Bundesweiter Wettbewerb für Jugendkunstschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen – Einsendeschluss 31. Oktober

Gesucht werden die spannendsten kulturpädagogischen Projekte und Angebote, die in besonderer Weise die Grenzen einer Einrichtung überschreiten, Kinder und Jugendliche einbinden, an Jugendkultur und digitaler Kommunikation anknüpfen und Transferideen beinhalten. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 31. Oktober 2010. Veranstalter ist der Bundesverband Jugendkunstschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen e.V.

Weitere Informationen unter: info-bkje@bkje.de und www.bjke.de

Schülerwettbewerb „MAKE A VIDEO“ – Bewerbungen bis 15. November einreichen

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport veranstaltet in Zusammenarbeit mit der TÜV Rheinland Schule Dresden den sächsischen Schülerwettbewerb MAKE A VIDEO. Sächsische Schüler zwischen 6 und 20 Jahren haben die Möglichkeit, selbst gedrehte Filme bis zum 15.11.2010 einzureichen. Die Präsentation und Prämierung findet am 08.12.2010 zum Abschluss der SchulKinoWochen Sachsen in Dresden statt. Eine Fachjury entscheidet über die Platzierungen in den einzelnen Klassenstufen. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Gesamtwert von über 2.500 Euro! Weitere Informationen zum Wettbewerb, den Anmeldebogen und die Teilnahmebedingungen sind unter www.make-a-video.de zu finden.

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