Preisträger des 11. Wettbewerbs um den Jugendkunstpreis zum Thema Ansichtssache


 Sparte Bildende Kunst

  • Wiebke Mertens, 19 Jahre aus Leipzig mit „Selbstbildnisse“

Begründung der Jury

Wer bin ich? Welche Facetten habe ich? Drei Selbstbildnisse beleuchten die vielfältigen Möglichkeiten, uns selbst wahrzunehmen und unsere Identität immer wieder aufs Neue zu entwickeln und zu finden.
Malerisch souverän entwickelt die Preisträgerin Selbstporträts, die diese Fragen beleuchten und drei Ansichten zeigen. Die Porträts zeichnen sich durch einen lockeren Pinselstrich und einen selbstverständlichen Umgang mit Farbe, Farbschichtung und Oberflächenbehandlung aus. Der Einsatz von Licht, hellen und dunklen Flächen evoziert drei unterschiedliche Eindrücke und Stimmungen und wirft diese Fragen auf uns selbst zurück. Die Arbeiten überzeugen in ihrer malerischen Qualität und originellen Ausdruckskraft.

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  • Jan Raik Grantz, 18 Jahre aus Leutersdorf mit „Eine Ewigkeit des Lebens“

Begründung  der Jury

Ein sehr eigenständiger Duktus, ein hohes Maß an Intensität, Konzentration und Hingabe sowie das Gefühl teil haben zu dürfen an der Welt eines anderen, sollen in diesem Jahr mit dem 2. Preis ausgezeichnet werden. Zu sehen sind diffizil ausgearbeitete Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die als eigenständige Bilder oder zusammenhängende Geschichte verstanden werden können. Ob man Teil der Bildwelt werden will oder sich in den Wirren der Bildwelt verheddert, obliegt dabei der Konzentration des Betrachters. Beeindruckend ist auch die Menge der gezeigten Arbeiten.

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  • Sophie Kinder, 17 Jahre aus Oschatz mit „meinungsshop24.com“

Begründung der Jury

Ein Souvenir-Shop in einer touristischen Straße. Man kann Ansichtskarten kaufen, einen Joint erhält man gratis, Meinungen sind käuflich zu erwerben. Man kann sich entscheiden zwischen Reichskriegsflagge oder Antifa-Fahne, veganen Lebensstil oder Massentierhaltung, aktuelle Diktatoren gibt es in der Grabbelkiste zum Mitnehmen. Da ist für jede/jeden etwas dabei. Und das Beste ist: Meinungsshop 24.com hat 24 Stunden und 7 Tage die Woche geöffnet. Ansichtssache bekommt hier einen wortwörtlichen Bezug und wird ironisierend und lustig in comichafter Manier in Szene gesetzt. Der zeichnerische Stil ist im Illustrator-Programm frech und bunt in zeitgemäßer Umsetzung bezüglich der Thematik Ansichtssache ausgeführt.

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Lobende Anerkennungen gehen an:

  • Thea Träupmann, 15 Jahre aus Augustusburg mit ihrer Serie über Duisburg Nord

Begründung der Jury

Beeindruckendes Spiel von Flächen und Strukturen, gekonnter Umgang mit Farbe, punktgenaue, beeindruckende Grafik, nicht nur in Hinblick auf das junge Alter von 15 Jahren.

  • Keramik-Kreativ Kurs, FES Dresden mit „Wir sitzen alle in einem Schiff- ANSICHTSSACHE!“

Begründung der Jury

Eine Arche mit schlechten Eigenschaften, aber genauso mit guten Eigenschaften der Menschheit – konzipiert, geplant, gebaut und zusammen gehalten von einer starken Truppe und einem heißen Brennofen.

  • Husam Alhasan, 17 Jahre aus Stollberg mit „Auslöschung eines Individuums“

Begründung der Jury

Das Trauma von Krieg, Vertreibung und Tod, zusammengefasst in einem Bild, das durch alle Medien ging und die Betrachtenden überfordert und sprachlos macht – zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen und friedlichen Auseinandersetzung gemacht.

  • Sophie Grimm aus Riesa mit „ÜBER-BLICKEN“

Begründung der Jury

Eine kleine Gruppe steht beisammen. Eine Person ist anders als die anderen. Schnell wird jemand ausgeschlossen, von dem wir eventuell eine falsche Ansicht haben. Malerisch überzeugend und in der Farbwahl sensibel wird dieses Thema bearbeitet.


Sparte Fotografie

In der Kategorie Fotographie im Wettbewerb um den Jugendkunstpreis der LKJ Sachsen 2017 vergab die Jury drei gleichwertige Preise. Alle Preisträgerinnen und Preisträger haben das diesjährige Thema Ansichtssache in ihren Arbeiten sehr unterschiedlich, aber dafür auf ihre eigene Art und Weise künstlerisch und kreativ umgesetzt.

  • Anna-Sophie Wünsche aus Dresden mit dem Foto "Fensterblick“

Begründung der Jury

Die junge Fotografin nutzte in einer spontanen Gelegenheit den perfekten Moment, um ein minimalistisch anmutendes Motiv mit einer hervorragenden Bildkomposition umzusetzen. Das Foto versetzt den Betrachter in die Perspektive selbst Beobachter und beobachtet zu sein. Um es mit dem diesjährigen Thema zu sagen: dieses Foto ist Ansichtssache!

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  • Katharina Fritzsche aus Chemnitz mit der Fotoserie "Parts of me“

Begründung der Jury

Die junge Künstlerin hat sich intensiv und reflektiert mit ihrer Identität auseinandergesetzt. Eigenständig und mit einer geliehenen Kamera nutzte sie die Idee, die zunächst in der Schule entstand und entwickelte daraus einen Serie aus Fotographien, die einen hohen künstlerischen und kreativen Wert für die Fotojury darstellt.

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  • Abdul Rahman Takleh aus Meerane mit seinen Naturfotographien

Begründung der Jury

Ein junger Fotograph, der mit seinen Fotos in Deutschland etwas finden konnte, was er in seiner Heimat nicht mehr hat - Ruhe und Frieden. Seine Arbeit zeichnet sich durch den Blick für die Motive, die Findung des Augenblicks für die Umsetzung und die hohe fotographische Qualität aus. 

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Sonderpreis

Würde es nach den nun kommenden Preisträgerinnen und Preisträgern gehen, bräuchte die LKJ für den nächsten Jugendkunstpreis eine neue Sparte. Ihre Arbeit lässt sich weder als bildende Kunst noch als Fotographie einordnen, sondern sprengt die bestehenden Grenzen. In ihrem Beitrag setzen Sie sich mit den politischen Gegebenheiten in Verbindung mit der medialen Wahrnehmung ihrer Heimatstadt auseinander. Dabei finden sie eine eigene künstlerische und kreative Ausdrucksform, um sich politisch einzubringen und plädieren mit ihrem Projekt für eine Selbstverständlichkeit: TOLERANZ!
Wir wünschen den Preisträgerinnen und Preisträgern weiterhin viel Erfolg und verleihen Ihnen für Ihr politisches Engagement den Sonderpreis!

Der Sonderpreis geht an Paint Club Academy Freital mit WANDelbar.


Sparte Medien

  • ANSICHTSSACHE der DoppelPaulProduction aus Dresden 

Begründung der Jury

Der Film nähert sich dem Thema Ansichtssache auf eine charmante, authentische und für den Zuschauer unterhaltsame Art und Weise. In Es geht um das Verstehen und Verständnis für Fantasiewelten, Geschichten und Träumereien verschiedener Sichtweisen. Dabei gelingt den Filmemachern besonders gut der Bezug zum Thema Ansichtssache, die filmische Umsetzung in Bezug auf Story, roter Faden und Spannungsbogen, die künstlerischen Mittel und ein hoher Grad an Eigenständigkeit! Das Ergebnis ist halt ANSICHTSSACHE!

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Lobende Anerkennung

Eine lobende Anerkennung erhält die Videoperformance The Black Pearl der Gruppe Kunst am GDP aus Dresden.

Begründung der Jury:

Ein Film, der sich künstlerisch-abstrakt mit dem Selbst- und dem Fremdbild beschäftigt und dabei unter anderem den Fragen "Wie sehe ich mich selbst?" und "Wie sehen mich andere?" nachgeht. In ihrer Performance zeigt die Gruppe auf kreative und künstlerische Art und Weise verschiedene Antworten auf das "anderen nicht genügen" und lassen dabei ordentlich Dampf ab! Die Gruppe erhält eine lobende Anerkennung, da die Jury von dem Ergebnis sehr angetan war, aber die Umsetzung und Auseinandersetzung mit dem diesjährigen Thema Ansichtssache, welches am stärksten in die Bewertung eingeflossen ist, beim Preisträger ein Stück ausgefeilter dargestellt wurde.

Sonderpreis

Die Jury Medien zeichnet einen Künstler mit einem Sonderpreis aus, der mit seinem Film heute der Jury und auch dem Publikum gezeigt hat, dass sein künstlerischer Anspruch, sein Können und sein eigenständiges Arbeiten bereits in jungen Jahren ein Level erreicht hat, dass es schwer macht, ihn in einen Vergleich mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu bringen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen sehr persönlichen Stil, seine kreative Geschichtenentwicklung, die blendende Gestaltung der Figuren und Handlung sowie die technische Versiertheit aus. Dabei achtet er sowohl auf Stringenz der Story, als auch auf Feinheiten und Details.

Der Sonderpreis in der Sparte Medien geht an den Film Invasion of Maple Street von Jonas Dichelle aus Leipzig.

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Sparte Literatur

  • Preisträgerin 1. Platz:
    India-Wiborada Piwko aus Waltersdorf und ihre Erzählung „Salzseenmädchen“

Begründung der Jury

Der Siegertext hat auf Anhieb durch seine souveräne, reife Erzählstimme überzeugt. Eine sinnliche, von Sehnsucht getragene Erzählung, die mit flirrenden Bildern und fein verwobenen Motivmustern arbeitet und durch ihre poetischen Leerstellen an Tiefe gewinnt.

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  • Preisträgerin 2. Platz:
    Lisa Marleen Allisat aus Leipzig und ihre Erzählung „So schön“

Begründung der Jury

Den zweiten Preis verleihen wir einer sehr jungen Autorin, die sich mit großem Einfühlungsvermögen in die Perspektive eines alten Mannes versetzt, dem seine Welt abhandengekommen ist. Mit diesem Preis zeichnen wir einen stillen, melancholischen Text aus, der mit wenigen Strichen ein großes, komplexes Thema erzählt.

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Sparte Musik

  • Preisträgerin:
    Care von Annalea Hummel aus Leipzig

Begründung der Jury

Die Jury überzeugte vor allem die für das Alter enorme Ausstrahlung, Persönlichkeit und  Bühnenpräsenz. Souveräner Umgang mit der Stimme und differenziertes Gitarrenspiel ergaben einen homogenen Vortrag. Die Jury würdigt besonders die Beschäftigung mit dem Thema „Ansichtssache“ und die Verarbeitung der verschiedenen Blickwinkel im Gesangstext. 

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Lobende Anerkennung

Eine lobende Anerkennung erhält Unendlichkeit von Susann Schaarschmidt aus Chemnitz

Dass das Thema „Ansichtssache“ nicht nur kritisch, sondern optimistisch beleuchtet wurde, beeindruckte die Jury bei dem selber geschriebenen Songtext. Solider Gesang, gute Textverständlichkeit und die souveräne eigene Begleitung auf dem Instrument verschmolzen zu einem sehr gelungenen Gesamtvortrag.


Bereich Spartenübergreifende Beiträge

  • Preisträger:
    Kostüm- und Maskenwerkstatt vom Theatrium Leipzig mit „Entwurf – Gegenentwurf“

Begründung der Jury:

Die Jury überzeugte die Ruhe, das Ritual, die Intensität, die Professionalität der sonst im Hintergrund Agierenden, die Ernsthaftigkeit, die Schönheit im Detail, die Einfachheit, die Verwandlung, die Szenerie, das sich Ausliefern und die Purheit der Performance.

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Sparte Tanz

Im Bereich Tanz wurden zwei erste und ein zweiter Preis vergeben.

  • Preisträger 1. Platz:
    „Den Stein ins Rollen bringen“ vom Heinrich Schütz Konservatorium Dresden

Begründung der Jury: 

Das Stück des ersten Preisträgers überzeugte die Jury, weil es das Thema Ansichtssache auf den Punkt brachte und zugleich eine hohe künstlerische Qualität dafür gefunden hat.
Die intensive Auseinandersetzung mit einem höchst aktuellen Zustand erschien auf der Bühne spür-, les- und hörbar. Besonders lobenswert sind die Kompositionen im Raum, die hohe musikalische Qualität der Tänzerinnen, gute Tanztechnik, authentisches und ausdrucksstarkes gemeinsames Agieren. Die große Anzahl der Tänzerinnen sprengte fast das Fassungsvermögen der Bühne des Theaters, aber auch damit ist die Gruppe souverän umgegangen.
Man spürte, dass hier etwas sehr Ernsthaftes verhandelt wird und hat es allen Beteiligten im vollen Umfang abgenommen: Masse und Individualität, Angst, Gefahr, Verlorenheit, das Ringen um verschiedene Ansichten und der Zwiespalt unserer Zeit verdient daher allen Respekt und Anerkennung.

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  • Preisträger 1. Platz:
    „Fears & Tears“ der Tanzklasse 11, Musikschule Leipzig Johann Sebastian

Begründung der Jury:

Das Stück überzeugte die Jury mit ihrer interdisziplinären Darbietung durch Tanz, Text, Stimme, Licht und Atem auf sehr hohem Niveau.
Preiswürdig erscheinen die Tänzerinnen in ihrer starken Tanztechnik, die vielseitig kompositorisch variiert wurde. In der Verdichtung dieses Variationsreichtums ist das Thema Ansichtssache verankert. Die Dynamik in der Gruppe erzeugte eine überschwingende Energie und Emotionen, die in Mimik sowie Körpergesten in ihrer Bandbreite von ängstlich über wütend bis sinnlich und sexy ausstrahlten. Eine sehr starke, laute, berührende Präsentation und Dramaturgie. Von Beginn an war man gefesselt durch den authentischen Schrei, die Stimm- und Atemvariationen während des Stückes, die in einem klaren Text am Ende überzeugten.

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  • Preisträger 2. Platz:
    „Ansichtssache? Auf keinen Fall!“ der Tanzklasse 4 Musikschule Muldental

Begründung der Jury:

Dieser Gruppe ist es gelungen, ein ernstes Thema – trotz jungen Alters – bemerkenswert gut zu bearbeiten. Überzeugt wurde die Jury durch den Spannungsbogen zwischen dem lustigen und verrückten Eröffnungsbild einerseits und der Vertanzung eines einschneidenden Ereignisses andererseits. Stark waren außerdem die tänzerische Ausführung sowie der Ausdruck und die Präsenz der Darstellerinnen. Die Eigenheiten der jungen Tänzerinnen wurden im Verlauf des Stückes immer klarer. Dies und die kreative und variationsreiche Komposition verdient nach Ansicht der Jury große

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Der Publikumspreis geht an den Jugendchor der Oper Leipzig.

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Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich!