Infos für Einrichtungen

Die LKJ Sachsen e.V. spricht mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) Flucht und Asyl Einrichtungen an, die als Einsatzstelle Hilfen bzw. kulturelle Projekte für Menschen mit Fluchterfahrung, Asylsuchende und Migranten anbieten oder diese gern in ihre Arbeit integrieren wollen. Der BFD Flucht und Asyl widmet sich der Bildung und bietet jungen Menschen die Möglichkeit sich zu engagieren, sich auszuprobieren, weiterzubilden, Netzwerke zu spinnen und speziell für Asylsuchende die deutsche Sprache zu lernen und anzuwendenden.

Der Freiwilligendienst kann 6 bis 12 Monate dauern und jederzeit begonnen werden.

Die LKJ Sachsen e.V. begleitet als Träger die jungen Erwachsenen pädagogisch durch das Jahr und stellt für Sie ein Ansprechpartner in der Betreuung dar. Zudem unterstützen wir Sie bei der Suche nach geeigneten Freiwilligen bis hin zum Bewerbungsverfahren.

Einrichtungen bzw. Einsatzstellen, die bereits mit einer Person in Kontakt stehen und für und mit dieser Person im Rahmen des BFD Flucht und Asyl einen Freiwilligenplatz schaffen möchten, können dies gern tun.

Wie Ihre Einrichtung zur Einsatzstelle wird

  • Der Abschluss einer Vereinbarung ist jederzeit möglich und nicht an Fristen gebunden.  
  • Für den Abschluss einer Vereinbarung ist eine Anerkennung als BFD-Einsatzstelle durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) Voraussetzung.
  • Ist eine Anerkennung als BFD-Einsatzstelle vorhanden, muss ein Platzerweiterungsantrag

Informationen zu den Anträgen und eine individuelle Beratung für den Antrag auf Anerkennung als BFD-Einsatzstelle und dem Antrag auf Platzerweiterung erhalten Sie bei unserer zuständigen Koordinatorin (Link Mitarbeiter Geschäftsstelle). Auf Wunsch schicken wir  Ihnen die Anträge per Post, Fax oder E-Mail zu.

Was wir von Ihnen erwarten

  • Sie stehen den (künftigen) Freiwilligen unterstützend zur Seite.
  • Ihre Organisation ist im gemeinwohlorientierten/gemeinnützigen (Jugend-)Kulturbereich tätig.
  • Sie bieten den Freiwilligen eine kontinuierliche pädagogische Begleitung und fachliche Unterstützung.
  • Sie bieten den Freiwilligen interessante und abwechslungsreiche Aufgaben.
  • Sie stellen die Freiwilligen für 25/13 Urlaubs- und 25/13 Bildungstage frei.

Sie beteiligen sich mit einem Eigenanteil an den Gesamtkosten des Freiwilligenplatzes: 378 €/Monat (bei Freiwilligen im Bereich Arbeit für Geflüchtete in Vollzeit) oder 100 €/Monat (bei Freiwilligen mit Fluchterfahrung und/oder Asyl, Teilzeit)

  • Hinzu kommt gegebenenfalls eine Verwaltungspauschale von 120 € im Jahr oder 60 € im halben Jahr
  • Sie schließen für die Freiwilligen eine Haftpflichtversicherung ab und zahlen die Beiträge.
  • Sie beteiligen sich an Maßnahmen zur Evaluation, Qualitätssicherung und Zertifizierung.
  • Sie nehmen an einem Einsatzstellenfachgespräch pro Jahr teil

Wie wir Sie unterstützen

  • Wir finden individuelle Lösungen bei den Bildungstagen.
  • Wir besuchen Sie und die Freiwilligen nach Bedarf an den Einsatzstellen.
  • Wir sind Ansprechpartner für Sie und die Freiwilligen und vermitteln im Konfliktfall.
  • Wir sichern die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für den Einsatz der Freiwilligen.
  • Gegen eine Verwaltungspauschale von 120 € pro Jahr oder 60 € für das halbe Jahr übernehmen wir die gesamte Finanz- und Lohnbuchhaltung für die Freiwilligen.
  • Wir vermitteln Ihnen entsprechend Ihres Anforderungsprofils geeignete Jugendliche.
  • Wir koordinieren den Austausch der Einsatzstellen und bieten einmal im Jahr ein Einsatzstellenfachgespräch an.
  • Wir sind Ansprechpartner für Sie und Ihre Freiwilligen und vermitteln im Konfliktfall.

Welche Voraussetzungen/Status die zukünftigen Freiwilligen benötigen, wenn es sich nicht um einheimische Jugendliche handelt

  • Der Antrag auf Asyl wurde positiv beschieden.
  • Der Antrag auf Asyl wurde gestellt und es besteht eine Aussicht auf einen sicheren und rechtmäßigen Aufenthalt.

Das heißt:

  • Die asylberechtigte Person hat eine gute Bleibeperspektive (das betrifft gegenwärtig Personen aus Eritrea, Irak, Iran, Syrien).
  • Die Asylantrag stellende Person kommt NICHT aus einem so genannten sicheren Herkunftsstaat (Anlage 2 zu §29a Asylgesetz).

Bei Personen, die aus einem sicheren Herkunftsland nach §29a Asylgesetz stammen, wird vermutet, dass ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt nicht zu erwarten ist.

  • Der/die Asylbewerbende muss bereits mindestens drei Monate in Deutschland leben.
  • Es muss eine asylberechtigte Person (Drittstaatenangehörige oder Staatenlose Person) mit internationalem Schutz (Richtlinie 2011/95/EU) sein. So z.B. Personen mit subsidiärem Schutz nach Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011. Gründe für eine Schutzbedürftigkeit sind z.B. drohende Todesstrafe oder Folter im Herkunftsland.

BFD Flucht und Asyl im Überblick

 

Freiwillige im Bereich Arbeit mit Geflüchteten

Freiwillige mit Fluchterfahrung und/oder Asyl

Regelzeit

12 Monate

6 Monate

Wochenstunden

40

21

Urlaubstage

25

13

Bildungstage

25

13

Einsatzstellenbeitrag

378 €

100 €

Taschengeld für die Freiwilligen

320 €

195 € Taschengeld. Auf die Grundleistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes sind 25% des Taschengeldes anrechnungsfrei. Auf die Analogleistungen des Asylbewerberleitungsgesetzes sind 30% des Taschengeldes anrechnungsfrei. Das bedeutet, dass die Freiwilligen in jedem Fall 50 €(25%) oder 60 € (30%) Taschengeld behalten können.

Erhalten die Freiwilligen Leistung über ALG2, können sie die gesamten 195 Euro behalten.

Tätigkeitsbereich

Arbeit mit Geflüchteten.

Freiwillige mit Fluchterfahrung und/oder Asyl können in allen Bereichen in Kultur und Bildung ihren Freiwilligendienst absolvieren.

Gute Gründe für die Einbindung von Menschen mit Fluchterfahrung, Asylsuchende und Migranten als Freiwillige

  • Freiwilligendienste sind für jeden Teilnehmenden ein Bildungs- und Orientierungsangebot
  • Freiwilligendienste sind niedrigschwellig

Freiwillige sammeln erste Erfahrungen, die für ihre potentielle weitere berufliche Entwicklung nützlich und hilfreich sind. Der Freiwilligendienst bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Tätigkeiten und Berufsbilder kennen zu lernen und sich mit den eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen außerhalb der Leistungsnorm einzubringen.

  • Freiwilligendienste gestatten es in Deutschland anzukommen
  • Bildungsangebote sind ein integraler Bestandteil von Freiwilligendiensten

Bildungsprozesse in Freiwilligendiensten sind informell, partizipativ, dynamisch und setzen auf eine selbstgesteuerte und -verantwortete Aneignung in Gruppen Gleichgesinnter. Sie laden im Idealfall alle Beteiligten gleichberechtigt zu einer Auseinandersetzung ein.

Die Gesellschaft, in der wir leben, verändert sich durch Zuwanderung. Diesen Veränderungsprozess können und sollten wir aktiv und offen gestalten. Gesellschaft lässt sich konstruktiv nur im Miteinander gestalten, also gemeinsam von Menschen, die in Deutschland beheimatet sind und jenen, die nach Deutschland zuwandern. Freiwilligendienste können hierfür ein Mosaikstein sein.

Kontakt:

Andrea Geyer | 0341 58314662 | info[at]lkj-sachsen.de oder geyer[at]lkj-sachsen.de