Fachbeiträge

(Jugend-)Kulturpolitische Meldungen

 

Deutscher Kulturrat zufrieden über Kulturpolitik im Koalitionsvertrag

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist erfreut über die Aussagen im Koalitionsvertrag zu Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Medien. In seiner Pressemitteilung vom 12.01.2018 hatte der Deutsche Kulturrat das Ergebnis der Sondierungsgespräche als gute Grundlage für Koalitionsgespräche eingeschätzt. Diese Grundlage wurde nun durch konkrete Maßnahmen untermauert.

In seiner Stellungnahme gibt der Deutsche Kulturrat eine Übersicht über die Vorhaben.

Kinder- und Jugendpolitik in den Sondierungsergebnissen (Januar 2018)

Seit dem 12. Januar 2018 liegt das Abschlusspapier der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD vor, in dem Vorhaben für eine mögliche Regierungskoalition festgehalten sind. Viele der Themen berühren Kinder, Jugendliche und ihre Familien sowie hauptberuflich und ehrenamtlich Tätige der Kinder- und Jugendhilfe. Das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe fasst die Ergebnisse zusammen.

Zum Beitrag hier.

Kürzungen bedrohen Kulturarbeit für Kinder und Jugendliche - Stellungnahme der LKJ im Juni 2017

Über verschiedene Kanäle (Homepage, Newsletter, Facebook) informierte die LKJ Sachsen e.V. in den letzten Wochen über die massiven Kürzungen der Fördermittel für Bildungsmaßnahmen in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Die Kürzungen liegen bei den meisten landesweiten Trägern der Jugendarbeit im Zuständigkeitsbereich des SMS zwischen 45 und 60 Prozent. Ihr Unverständnis über die gekürzten Bildungsmittel äußerte Dr. Christine Range, Geschäftsführerin der LKJ Sachsen e.V., nun im Gespräch mit dem mdr SACHSEN.

Zum Beitrag geht es hier.

Mitgliederversammlung 2017 der LKJ: Mindesthonorare und Unverständnis über Kürzungen im laufenden Haushaltsjahr

Kontrastreicher konnte die Mitgliederversammlung am 24. April nicht sein. Michael Krüger, Referent für kulturelle Bildung im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, war unser Gast. Er berichtete über den Arbeitsstand zum Konzept für kulturelle Bildung, das noch Ende des Jahres ins Kabinett eingebracht werden soll, über Arbeitsschritte, die Einbeziehung der Expertise der Verbände und die Zusammenarbeit im Rahmen der IMAG. Es scheint auf einem guten Weg zu sein. Die anwesenden Mitglieder und Gäste erfuhren auch von der Einstellung zusätzlicher Mittel in Höhe von 300.000 Euro für mobile kulturelle Angebote in den Kulturräumen im laufenden Jahr.
Als Kontrast dazu erhitzte die Mitteilung der Geschäftsstelle die Gemüter, die von der durch den Kommunalen Sozialverband angekündigten Kürzung der Fördermittel für Bildungsmaßnahmen um 45 % berichtete. Mit Unverständnis, Kritik und Protest nahmen die Mitglieder die Nachricht auf und fragten sich, wie es sein könne, mitten im Jahr solche Entscheidungen zu treffen. Vor diesem Hintergrund erhielt die sehr sachliche und abwägende Diskussion um Mindesthonorare in der kulturellen Bildung noch einmal ein stärkeres Gewicht. Das Honorar-Minimum pro Bildungseinheit in Höhe von 25 Euro, das wir bereits vor vier Jahren gefordert hatten, ist noch längst nicht überall umgesetzt. Hier gibt es Handlungsbedarf, aber man war sich einig, dass in Anlehnung an das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ 35 Euro die Zielstellung sein sollten.

Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Potenzial der Landesdachverbände nutzen - Länderkonferenz 2017 der BKJ

Vom 2. bis zum 4. Februar 2017 waren Geschäftsführende und Vorstände der Landesvereinigungen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung zur Jahrestagung zusammengekommen, um sich über Fachaufgaben, Strategien und Entwicklungsziele auszutauschen. Katrin Brademann, Vorsitzende der gastgebenden .lkj) Sachsen-Anhalt e.V., betonte in ihrer Begrüßungsrede die besondere Bedeutung einer länderübergreifenden Zusammenarbeit der Landesdachstrukturen für kulturelle Bildung. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Dynamiken bestand unter den Konferenzteilnehmern Einigkeit darüber, dass sich die Träger kultureller Bildung politisch positionieren und für die Stärkung der Demokratie sowie für die Anerkennung von Diversität eintreten müssen. Als ein wichtiges Instrument für mehr Teilhabegerechtigkeit begrüßten die Landesdachstrukturen der kulturellen Bildung die Neuauflage von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (2018–2022). Ein Ziel müsse hier der Ausbau von an Landesdachstrukturen angegliederten Servicestellen für die Entwicklung nachhaltiger, diversitätsbewusster und gemeinschaftsstärkender Konzepte sein.

Weitere Informationen hier.

Bundesregierung muss Teilhabe an Kultureller Bildung ermöglichen

"Dem Bekenntnis der Großen Koalition vom November 2013, allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland gleiche kulturelle Teilhabe ermöglichen zu wollen, folgen zu wenige Taten." Das sagte Prof. Dr. Holger Noltze, Sprecher des Rats für Kulturelle Bildung heute (29.05.2015) bei der Fachtagung "Mehrwert oder viele Köche … ?" des Landesmusikrats Nordrhein-Westfalen in Essen. Die Veranstaltung im Beisein der NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann, befasste sich mit Programmen musikalischer Bildung in den allgemeinbildenden Schulen.

Antwort zum Entschließungsantrag der CDU- und FDP-Fraktionen zur kulturellen Bildung

Mit einer umfangreichen Antwort hat sich das Sächsische Kultusministerium im Auftrag der Staatsregierung zum Entschließungsantrag der Fraktionen CDU und FDP zur Kulturellen Bildung im Freistaat Sachsen vom 17. Oktober 2013 geäußert. Darin teilt die Staatsregierung die grundlegenden Feststellungen der Entschließung und sieht unter anderem chancengerechte Zugänge zu kultureller Bildung und kulturellen Angeboten als wichtige Zielstellungen. Die Querschnittsaufgabe kulturelle Bildung werde durch Gremien wie die IMAG, den Runden Tisch zur kulturellen Bildung und das Treffen der Ansprechpartner für kulturelle Bildung umgesetzt. Die Netzwerkstellen für kulturelle Bildung in den Kulturräumen werden als weitere Ansprechpartner für das Thema aufgeführt. Zudem sei die Staatsregierung bestrebt, durch unterschiedliche Förderansätze eine Vielfalt an Zugängen und Akteuren beizubehalten und damit die Rahmenbedingungen für eine möglichst umfassende Teilhabe junger Menschen an kultureller Bildung zu gewährleisten. Insbesondere die Richtlinie des Sozialministeriums zur Förderung der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gebe Spielraum zur Förderung kultureller Projekte. Das FSJ Kultur wird als Chance für Jugendliche gesehen, sich im kulturellen Bereich zu engagieren. Ein Kriterienkatalog kultureller Bildung wird derzeit als nicht realisierbar angesehen.

Die Antwort kann hier eingesehen werden.

Mitgliederversammlung der LKJ Sachsen e.V. am 26. Mai in Leipzig wählte neuen Vorstand

Die wichtigsten und richtungsweisenden Themen der Versammlung waren neben der Rechenschaftslegung über ein erfolgreiches Jahr 2013, das sehr stark durch die Große Anfrage zur Kulturellen Bildung der Fraktionen CDU und FDP bestimmt war, das Bundesprogramm Bündnisse für Bildung und die derzeit in allen Ebenen diskutierte Inklusions-Debatte. Eine rege Diskussion gab es zur geplanten Überführung von zwei kommunalen Leipziger Jugendkultureinrichtungen in freie Trägerschaft. Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag in der Fachdiskussion zu den politischen Aus- und Nachwirkungen der Großen Anfrage. Aline Fiedler, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und Gast der MV, stellte noch einmal die Entwicklung seit Mai 2013 dar und verwies auf die bereits erzielten konkreten Ergebnisse – Einrichtung eines Runden Tisches, Aufnahme der kulturellen Bildung in die Jugendhilfeplanung, Einrichtung einer interministeriell geförderten Fachstelle Schule und Theater. Sie betonte, dass die Mobilität im ländlichen Raum künftig eine Schlüsselfunktion einnimmt, wenn es um Zugänge zu kulturellen Bildungsangeboten geht. Dies müsse weiter diskutiert werden. Insofern setzt der Jugendkulturtag, den die LKJ am 14. Juni in Delitzsch durchführt, das richtige Signal, um Jugendkultur in ländlichen Räumen zu fördern. In der sich anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Anfrage mit ihrer Debatte im Landtag und dem anschließenden Entschließungsantrag ein Türöffner für die kulturelle Bildung in Sachsen war, es im nächsten Schritt aber konkret darum gehen muss, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um die Zugänge zu kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche, unabhängig von Herkunft und Wohnort, zu verbessern.

Die Mitglieder wählten turnusgemäß einen neuen Vorstand, dem Evelyn Iwanow (SLVT), Gaston Saborowski (Bläserjugend Sachsen), Heike Heinze (LJKE), Sandra von Holn (LATS) und Ronny Kienert (Sächs. Chorverband) angehören. Nach mehrjähriger Vorstandstätigkeit wurde Gunnar Heinz (Sächs. Blasmusikverband) mit einem Dank für sein ehrenamtliches Engagement verabschiedet. Dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden des LATS und Gründungsmitglied der LKJ Sachsen e.V., Karl Uwe Baum, der nach mehr als 20 Jahren seine Ehrenämter niedergelegt hat, wurde für sein konsequentes Engagement und die Mitarbeit im Dachverband herzlich gedankt und sein leidenschaftlicher Einsatz für den Amateurtheaterbereich gewürdigt.

LKJ Sachsen e.V. bringt Positionen bei Anhörung der SPD-Fraktion am 24. März 2014 ein

Neben vier weiteren Sachverständigen nahm die LKJ Sachsen im Ausschuss für Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien zum Antrag der SPD-Fraktion Stellung, in welchem u.a. ein Konzept der landesweiten Entwicklung der kulturellen Bildung in Sachsen gefordert wird. Hintergrund war der Entschließungsantrag der CDU/FDP-Fraktionen vom Oktober 2013, in welchem u.a. die Erstellung eines Qualitätsrahmens für die kulturelle Bildung in Sachsen beschlossen wurde. Die LKJ setzte sich für ein derartiges Konzept im Sinne einer gemeinsamen Querschnittsaufgabe ein, was allerdings auch die Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen beinhalten müsse. Sie positionierte sich positiv zum vernetzenden Grundgedanken der Bündnisse für Bildung, machte Vorschläge für die Förderung kultureller Bildung im ländlichen Raum und fordert einen kostenfreien Zugang zu Angeboten kultureller Grundversorgung. Auch die Förderung von Jugendkunstschulen wird neben Volkshochschulen, Musikschulen, soziokulturellen Zentren, Vereinen und Einrichtungen der Hochkultur als Schritt hin zu einer vielfältigen kulturellen Infrastruktur gesehen. Zudem müssen bei der Vielfalt bestehender Förderrichtlinien eine bessere Kompatibilität der Förderprogramme hergestellt und eine angemessene finanzielle Ausstattung abgesichert werden.

Die Stellungnahme der LKJ Sachsen e.V. zum Download hier

Fachverbände der kulturellen Bildung fordern Mindesthonorar für Freiberufler in künstlerisch vermittelnden Tätigkeiten

Vertreter von Landesverbänden und Einrichtungen der Kinder- und Jugendkultur fordern ein Stundenhonorar von mindestens 25 Euro für kultur- und kunstpädagogische Arbeit in Workshops, Seminaren und Angeboten im Rahmen von Ganztagsangeboten (GTA). Das ist ein Ergebnis des Leipziger Fachgespräches vom 28. Mai.

Vertreter der  LAG Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen, des Sächsischen Chorverbandes, des Sächsischen LV Tanz, des LV  Rhythmische Erziehung, des Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienstes, des Kulturraumes Erzgebirge/Vogtland, von Vereinen und Einrichtungen aus Leipzig und Dresden setzen sich gemeinsam mit der LKJ Sachsen für eine  Anerkennung der  außerschulischen Bildungsarbeit ein, die  neben der ideellen Anerkennung auch eine angemessene  finanzielle braucht.

Die in Teilen durchaus kontrovers geführte Diskussion verwies auf die unterschiedlichen Bedingungen im Land: die Unterschiede zwischen urbanen Räumen und ländlichen Regionen, die gekürzten Fördermittel im GTA-Bereich, die Fähigkeit oder Notwendigkeit zur Selbstvermarktung, die Nöte von Vereinen und Honorarkräften, die besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach sichern wollen, das sehr verschieden ausgeprägte Bewusstsein über den Wert künstlerischer und außerschulischer Bildungsarbeit…. Einigkeit gab es in Hinblick auf die Tatsache, dass die Träger der kulturellen Bildung größten Wert auf Qualität in der Vermittlungsarbeit legen, auf der Basis anerkannter Qualitätsstandards und mit Fachkräften arbeiten und sich in einer ethisch-moralischen Verantwortung für die Frauen und Männer sehen, die ihren Lebensunterhalt von dieser Arbeit bestreiten müssen. Die kulturelle Bildung ist nicht nur ein Einsatzfeld für ehrenamtliches Engagement, sondern sie ist auch ein  Arbeitsmarktbereich für ausgebildete Fachkräfte.

Wir rufen Vereine, Verbände, freie Träger der Jugendkulturarbeit und der Jugendarbeit, Künstler und Kunst-, Kultur-, Medien-, Theater-, Musik- und Tanzpädagogen auf, sich unserer Forderung anzuschließen, um gemeinsam selbstbewusst und flächendeckend eine angemessene Vergütung zu erreichen und Dumping-Preise zu vermeiden.

Unterstützung, aber auch Meinungsäußerungen zum Thema sind willkommen, bitte an range[at]lkj-sachsen.de.

Ergebnisse der Debatte zur Großen Anfrage zur Kulturellen Bildung am 17. Oktober im Sächsischen Landtag

In der Debatte zeigte sich eine große Übereinstimmung der Parteien hinsichtlich der Wichtigkeit der kulturellen Bildung sowie zur Tatsache, dass es in Sachsen eine gute und vielseitige Ausgangsbasis gibt. Von den drei Entschließungsanträgen von CDU/FDP, Linken und SPD wurde der Antrag der CDU angenommen. Die CDU fordert in ihrem Antrag die Staatsregierung auf, die kulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe zwischen den drei Ministerien weiter zu entwickeln und deren Kommunikation zu den Vereinen, Verbänden und Einrichtungen zu intensivieren sowie bis zum 31. März 2014 einen Katalog mit Qualitätskriterien für die kulturelle Bildung zu entwickeln. Die SPD forderte u.a. in ihrem Antrag, Anfang 2014 dem Landtag ein Konzept zur landesweiten Entwicklung der kulturellen Bildung im Sinne einer Querschnittsaufgabe vorzulegen. Die Linke setzte sich u.a. für die Schaffung institutionalisierter Kontaktstellen zwischen den Schulen und den außerschulischen Partnern der kulturellen Bildung ein. Alle Fraktionen sind sich einig, dass die kulturelle Bildung in den Schulen und Kitas gestärkt werden muss, sowohl im Sinne des qualifizierten Fachunterrichts sowie im GTA-Bereich. Im nächsten Schritt möchte die LKJ Sachsen e.V. ein Gespräch mit den drei Abteilungsleitern der zuständigen Ministerien (IMAG) initiieren.

Die Anträge der Fraktionen hier.